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Portrait Monika Landgraf
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„Smart. Vernetzt. Gläsern?“

„Smart. Vernetzt. Gläsern?“
Autor:

Jonas Moosmüller, Sarah Werner

Quelle:

KIT - Presse

Datum: 11.03.2015

Begriffe wie „Big Data“ oder das „Internet der Dinge“, in dem auch Alltagsgegenstände ständig online sind, rufen gleichermaßen Hoffnungen und Ängste hervor. Fest steht, die wachsenden technischen Möglichkeiten, Daten zu erheben und zu verknüpfen, verändern uns und unser Zusammenleben – etwa durch die Aufzeichnung von Gesundheitsdaten mit Smartphones, die massenhafte Speicherung elektronischer Kommunikation oder die digitale Überwachung des Straßenverkehrs. Wie können große Datenmengen zum Wohle von Individuen und der Gesellschaft genutzt werden? Wo schaffen sie mehr Transparenz und wann stellen sie unser Recht auf den Schutz von Privatsphäre in Frage? Nach Antworten sucht der Themenabend „Smart. Vernetzt. Gläsern? | Leben in der Datenwolke“ am Mittwoch, den 18. März, um 18 Uhr im Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in der Karlstraße 11. Bei der Veranstaltung in der Reihe „technik.kontrovers“ beleuchten Wissenschaftler die gesellschaftliche Dimension von Big Data und suchen den Austausch mit der Öffentlichkeit.

Katastrophenfrühwarnung durch soziale Netzwerke

1,96 Milliarden Nutzer weltweit – das schätzt das Bundesamt für Statistik für soziale Online-Netzwerke im Jahr 2015. Wie Plattformen wie Twitter oder Facebook dank dieser Reichweite bei der Frühwarnung und Analyse von Naturkatastrophen helfen können, untersucht das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM). Im Projekt „Crowdsourcing“ entwickeln Forschende des KIT und des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam Algorithmen, die Kurznachrichten nach inhaltlich und örtlich relevanten Informationen durchsuchen: Kommen Schlagwörter wie „Hurrikan“ oder „Opfer“ häufiger als üblich vor, überprüft ein Programm, ob dies auf Naturereignisse zurückzuführen ist. Die räumliche und zeitliche Verteilung der Nachrichten gibt so einen schnellen Überblick über Art und Ausmaß möglicher Katastrophen. „Viele Vorkommnisse weltweit können wir innerhalb der ersten drei Minuten, nachdem Menschen betroffen sind, lokalisieren“, sagt Stefan Hinz, Projektleiter vom KIT. Als etwa Hurrikan Sandy im Jahr 2012 über Nordamerika zog, konnten die Experten vom CEDIM innerhalb einer Woche realistische Schätzungen zum Ausmaß abgeben, indem sie mehr als fünf Millionen regionale Twitter-Nachrichten auswerteten. „Der Mehrwert von Crowdsourcing liegt darin, im Notfall schneller an wichtige Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu kommen“, so Hinz.

Girls‘ Day am KIT

Berufe in Handwerk, IT, Naturwissenschaften und Technik gelten noch immer gelegentlich als reine „Männerberufe“. Um Mädchen für eine Ausbildung oder ein Studium in diesen Bereichen zu motivieren, gibt es seit 2001 den „Girls’ Day“: An diesem „Mädchen-Zukunftstag“ können Schülerinnen ab der fünften Klasse in technische und naturwissenschaftliche Berufe und Studiengänge hineinschnuppern. Verschiedene Institute des KIT bieten Workshops zu Themen wie fahrbare Roboter, Kryptographie – also der Verschlüsselung von Informationen - oder Nanoforschung an. Zudem können sich die Teilnehmerinnen über Ausbildungsberufe wie Holz- oder Industriemechanikerin informieren und mit Wissenschaftlerinnen des KIT über ihre Arbeit sprechen. Der Girls‘ Day findet am 23. April 2015 ab 8:30 im Tulla-Foyer des KIT am Campus Süd, Englerstraße 11 und ab 08:45 Uhr im Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt (KIT-Campus Nord, Hermann-von-Helmholtz-Platz 1) statt. Schülerinnen, die teilnehmen, werden für diesen Tag vom Unterricht freigestellt. Weitere Infos und Anmeldung zu den Workshops unter www.girls-day.de.

Architekt Frei Otto ist gestorben

1972 gab er dem Olympiapark in München ein Dach über dem Kopf, 1967 dem deutschen Pavillon für die Weltausstellung in Montreal: der Architekt Frei Otto. Am Montag, den 09. März, verstarb er im Alter von 89 Jahren. Otto zählt zu den Bedeutendsten seiner Zunft des 20. Jahrhunderts und hat die Entwicklung der Architektur und des Ingenieurwesens maßgeblich beeinflusst: Bereits seit 1970 hat er auf Ressourcenschonung, energiesparendes Planen sowie Klima- und Umweltschutz beim Bauen aufmerksam gemacht. Im August 2010 erwarb das Land Baden-Württemberg Ottos Werkarchiv und gab es an das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) am KIT. Es beinhaltet über 400 Modelle und Dokumente, die hier als Grundlage für weitere Forschungen aufbereitet werden. „Wir wollen so sein Lebenswerk als Architekt und Architekturtheoretiker dokumentieren und zugänglich zu machen“, sagt Joachim Kleinmanns, wissenschaftlicher Mitarbeiter im saai. Am 10. März gab die Hyatt-Stiftung bekannt, dass sie Frei Otto posthum den diesjährigen Pritzker-Preis verleiht, einer der höchsten Auszeichnungen für Architekten. Er ist erst der zweite Deutsche, der diesen Preis erhält, nach Gottfried Böhm im Jahr 1986. Zuletzt war Otto vor allem durch seinen Entwurf der Lichtaugen für Stuttgart 21 erfolgreich.