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Fortschritt im heißen Sand

Mit Plänen für den Ausbau einer Oase sind Studierende der Architektur in den Süden Marokkos gereist. Bei der Umsetzung suchten sie den Austausch mit der Bevölkerung. Professor Renzo Vallebuona, Daniel Baur und Claudia Faust unterstützten sie.
Planen
Diskussion: Studierende und Betreuer bei der Vorstellung der Entwürfe.
Arbeiten in der Oase
Stück für Stück: schweißtreibender Bau von Gebäudestützen.
Reden in der Oase
Austausch: Einheimische und Architekten im Gespräch. (Fotos: Fachgebiet Konstruktive Entwurfsmethodik)

Von einem Ingenieur lernten die Studierenden an zwei Tagen, was guten Lehm ausmacht und wie sie ihn formen können. Claudia Faust begleitete sie, auch bei Besuchen in Lehmstädten, während Renzo Vallebuona und Daniel Baur zur Oase aufbrachen. Und die ersten Regenfälle in der Wüste seit sieben Jahren erlebten. Das Wasser kam sintflutartig vom Himmel: „Wir konnten die Oase nur auf Umwegen erreichen, sie sah verwüstet aus“, erinnert sich Baur. Gemeinsam mit den Einheimischen richteten sie die Oase wieder her.

Es war generell ein zentrales Anliegen des Teams, die Menschen in der Oase einzubeziehen, mit ihnen über die Pläne zu sprechen, technisches und planerisches Knowhow weiterzugeben, Hand in Hand zu arbeiten. „Die Studierenden haben dabei viel Erfahrung gesammelt, auch in kultureller Hinsicht“, sagt Vallebuona. Am Ende des Aufenthalts hatten sie mehrere Gebäudestützen errichtet.

Flug und Aufenthalt kosteten die Studierenden nur 400 Euro, dank der Unterstützung der Karlsruher Universitätsgesellschaft, der Wüstenrot Stiftung und des Promos-Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), sagt Daniel Baur. Für Material und Transporte vor Ort fielen 300 Euro an.

Nächstes Vorhaben: ein Labor für Naturforscher in Patagonien

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Vallebuonas Team hat die Feuerinsel ganz im Süden Patagoniens im Auge, wo es ein Labor für Naturforscher errichten will. Strenge Vorschriften in diesem von der UNESCO geschützten Gebiet und die extreme Kälte machen das Vorhaben zu einer großen Herausforderung. Meistern will das Fachgebiet sie in Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Fakultäten im KIT und in Südamerika. Im April schreibt das Fachgebiet das Projekt für die Studierenden aus. Im Sommersemester 2015 sollen sie sich mit der Analyse der Gegebenheiten und der Planung befassen. Für die beiden folgenden Semester sieht Vallebuona den Bau des Labors in Einzelteilen vor, die mit Container verschifft und auf der Feuerinsel aufgebaut werden sollen. Auf die Bedingungen können sich die Studierenden bei einer Exkursion nach Norwegen vorbereiten.

ele, 20.4.15