Home | Impressum | Sitemap | KIT

Der Aha-Effekt

Im Projekt Lehre hoch Forschung fördert das KIT mit Mitteln des Bundes problemorientiertes Lernen. Klaus Rümmele hat sich das Teilprojekt „IT-basiertes Selbstmonitoring“ an der KIT-Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften angesehen.

Studierende lernen, ihren Fortschritt selbst zu kontrollieren.Seit dem Wintersemester 2012/13 bieten Eliane Dominok und ihr Team im Lernlabor am House of Competence (HoC) IT-basiertes Selbstmonitoring an. Pro Semester stemmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls für Angewandte Psychologie zwei parallele Kurse zum selbstregulierten Lernen. Sie finden in Blöcken statt, um die große Anfrage bewältigen zu können: Für das Wintersemester meldeten sich rund 100 Studierende an.

 

Daneben bearbeiten die Studierenden über die Lernplattform Ilias Reflexionsaufgaben: Sie testen ein Instrument des Selbstmanagements und setzen sich damit auseinander, was es bewirkt hat. „Das löst einen Aha-Effekt aus – und die Studierenden verinnerlichen die Inhalte eher“, sagt Dominok. Von Bericht zu Bericht entwickelten sich die Studierenden weiter. Die Dozentin liest die Reflexionsberichte und gibt den Studierenden Rückmeldung.

 

Lernkontrolle per App


Zentraler Aspekt des Teilprojekts ist eine App, die der Lehrstuhl für Angewandte Psychologie in Zusammenarbeit mit der Karlsruher Softwarefirma movisens entwickelt. Die Anwendung soll ein mobiles Assessment ermöglichen: „Wir können damit in der Realsituation fragen, ob die Studierenden auf einem guten Weg zu ihrem Lernziel sind“, erklärt Dominok: „Die Studierenden geben eine Lernplanung ein, an der sie sich orientieren können und auf deren Einhaltung sie im Tagesverlauf hingewiesen werden.“ Ihr Ziel ist es, die App in der nächsten vierjährigen Förderphase des Teilprojekts ab 2017 (Maßnahmen im Vorhaben KIT – LehreForschung) so weiterzuentwickeln, dass die Instrumente zur Selbstregulierung an individuelle Probleme angepasst werden können. „Wir wollen die Lernempfehlungen personalisieren, es geht dann nicht mehr um one-fits-all-Lösungen“, so Dominok. Zugleich erwartet sie sich davon noch genauere Kenntnisse darüber, wo die Studierenden in ihrer Entwicklung stehen: „Dann können wir spezifische Trainingspfade entwickeln.“

 

Ein Thema des Selbstmonitorings ist das chronische Aufschieben. Damit hat sich Dominok schon in ihrer Magister-Abschlussarbeit beschäftigt, auch ihre Promotion dreht sich darum. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mediales Lernen hat sie dazu 2014 den ersten Massive Open Online Course (MOOC) aufwändig produziert und veröffentlicht. Er fand im ersten Durchgang 9000, im zweiten 3500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 2015 wurde er mit dem Deutschen Bildungsmedienpreis digita ausgezeichnet.