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Verstehen leicht gemacht

Mit einem Teamprojekt mischt die KIT-Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik dem Studienstart eine kräftige Prise Praxis bei. Mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für das Projekt Lehre hoch Forschung am KIT finanziert die KIT-Fakultät einen Teil der Ausstattung. Klaus Rümmele hat nachgefragt. 


Der Workshop ist für Studierende der Elektrotechnik und Informationstechnik sowie der Mechatronik und Informationstechnik Pflicht. Die Aufgaben laden sie sich online herunter, ihre Lösungen hoch. Außer einer Einführung und einer Übung gibt es keine Präsenzveranstaltung, die Studierenden arbeiten selbstständig in kleinen Gruppen, „das stärkt die Teamfähigkeit“, sagt einer der Betreuer, Doktorand Jochen Schäfer.

Die KIT-Fakultät hat ein Onlineforum eingerichtet, auf dem sich die Studierenden austauschen: „50 Prozent ihrer Fragen beantworten sie sich gegenseitig“, weiß Professor Thomas Zwick. Am Anfang zögerten viele Studierende noch, sich im Forum zu äußern, doch die Vorbehalte werden nach und nach schwächer. Über weitere Hürden helfen Tutoren in Fragestunden, nur ein kleiner Rest an Problemen kommt bei den Betreuern an den Instituten an. Als Prüfungsleistung schreiben die Studierenden eine kurze Abhandlung und üben damit auch gleich das wissenschaftliche Schreiben.

Jede Gruppe erhält ein Board, ein Bauteilsortiment, ein Steckbrett und Software. Die Betreuer geben den Studierenden Hinweise zur Sicherheit und eine Anleitung zur Inbetriebnahme des Boards, „um die Hemmschwelle herunterzusetzen“, sagt Doktorand Florian Boes. Den Studierenden steht somit unter anderem ein PC-Oszilloskop zur Verfügung, mit dem sie den Spannungsverlauf an ihren eigenen Schaltungen messen können. Es liegt neben dem Bildschirm, über den die Messungen laufen – das fördere das Verständnis der Studierenden für Größenordnungen, Zusammenhänge und mögliche Probleme: „Damit füllen wir eine Lücke“, so Jochen Schäfer. Indem sie die Hardware in die Hand nähmen und selbstständig arbeiteten, „verstehen sie die Prinzipien eines Schaltplans besser“, ergänzt Bös.

Die Studierenden sehen in dem Workshop „eine willkommene Abwechslung zur Theorie“, wie es in einem Kommentar in der Evaluation heißt. Er sei „ideal, um Inhalte zu vertiefen und zu verstehen.“ 

Die Mittel aus dem Bundesprogramm ermöglichten es der Fakultät, neue Hardware anfertigen zu lassen und sie den Studierenden zu halbierten Preisen zu geben. Board wie Software hatten Wissenschaftler zusammen mit Studierenden aus den höheren Semestern an der KIT-Fakultät entwickelt. Jetzt stehen sie mit einem Verlag in Kontakt, der die Produktion in Zukunft übernehmen und die Hardware auch an anderen Einrichtungen vertreiben will.