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Dr. Hans Schipper zu 10 Jahre Süddeutsches Klimabüro

Dr. Hans Schipper zu 10 Jahre Süddeutsches Klimabüro
Autor:

Sandra Wiebe

Quelle:

Pressestelle des KIT

Datum: 13.12.2017

Dr. Hans Schipper, Leiter des Süddeutschen Klimabüros am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT, zieht eine Bilanz über die vergangenen Jahre, gibt einen Ausblick und spricht über die regionalen Auswirkungen des Klimawandels.

Das Süddeutsche Klimabüro gibt es jetzt seit zehn Jahren. Worin genau besteht Ihre Arbeit?

Unsere wichtigste Aufgabe ist der praxisnahe Austausch zwischen Gesellschaft und Klimaforschung. Als Teil des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung am Karlsruher Institut für Technologie übersetzen wir Forschungsergebnisse in verständliche Texte und Grafiken und vermitteln sie zielgruppenorientiert. Damit wollen wir für das Thema Klimawandel sensibilisieren. Deshalb tragen wir auch offene Fragen von Bürgern oder Kommunen an die Klimaforscher. Daraus entstehen auch langfristige wissenschaftliche Projekte zusammen mit Forschern anderer Disziplinen.

Das Thema „Klimawandel“ ist in den Medien allgegenwärtig und wird uns auch in Zukunft begleiten. Wo sehen Sie die Aufgaben des Klimabüros für die nächsten zehn Jahre?

Die klare Herausforderung ist, dass die Gesellschaft als Ganzes, aber auch jede und jeder einzelne von uns das nachhaltige und klimafreundliche Handeln als selbstverständlich annehmen muss. Zum Teil ist das schon gelungen: Die erneuerbaren Energien sind auf dem Vormarsch, viele Leute achten beim Kauf von Häusern, Autos und Elektrogeräten auf eine gewisse Energieeffizienz. Dennoch ist der Weg zu einer völlig klimafreundlichen, sprich einer fast treibhausgasneutralen Gesellschaft, noch sehr lang. Der Austausch zwischen der Bevölkerung und den verschiedenen natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen wird dabei in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle spielen – und eine wichtige Aufgabe von Dienstleistern wie dem Süddeutschen Klimabüro sein.                                                                                                                                                                                                                                        

Wie wirkt sich der Klimawandel lokal/regional aus – was bedeutet er für Baden-Württemberg (und Karlsruhe)?

In den letzten 150 Jahren hat sich die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre weltweit sehr stark erhöht. Folglich, ist die Temperatur auf der Erde in dieser Zeit ungefähr um ein Grad gestiegen, in Baden-Württemberg sogar um 1,5 Grad. Aufgrund der für hohe Temperaturen vorteilhaften Lage des Rheintals ist dieser Anstieg höher als der weltweite Durchschnitt. Eine solche vermeintlich geringe Temperaturänderung hat große Auswirkungen auf beispielsweise den Niederschlag oder Trockenheit. Umweltveränderungen umfassen den Hitzestress in Städten, den Trockenstress der Bäume  oder das häufigere Auftreten von extremen Wetterereignissen. Da der Treibhausgas-Ausstoß bis jetzt fast unvermindert zunimmt und selbst bei einer Abnahme die Temperatur vorerst weiter ansteigen wird, lässt für die Zukunft doch wenig Erfreuliches erwarten.

Können Städte und Gemeinden sich vorbereiten?

Es gibt bereits Klimaschutz-Maßnahmen, die dabei helfen, den Treibhausgas-Ausstoß zu verringern und somit den Klimawandel einzudämmen. Allerdings wird dieser trotzdem erstmal für Änderungen in unserer Umwelt sorgen. Um sich darauf vorzubereiten, setzen Städte wie auch Karlsruhe und Stuttgart auf eigene Anpassungsstrategien. Dazu zählt das Begrünen der Städte zur Abkühlung im Sommer oder das Anlegen von Überflutungsflächen als Schutz vor Hochwasser durch Starkregen. Zusätzlich zum Klimaschutz hilft die Anpassung dabei, den Klimawandel und seine Auswirkungen zu begrenzen, um für die Zukunft eine nachhaltige Welt zu schaffen.

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Wetterkatastrophen und Klimawandel

Mit Schäden von geschätzt bis zu 80 Milliarden Dollar war der Hurrikan Harvey nicht nur der bislang niederschlagsreichste Sturm in der Geschichte Nordamerikas, sondern auch eine der teuersten Naturkatastrophen weltweit. Solche Wetterextreme sorgen für Aufmerksamkeit. Doch handelt es sich dabei um vereinzelte Ereignisse oder um Symptome der fortschreitenden globalen Erwärmung? Und werden Wetterkatastrophen in Zukunft häufiger und mit steigender Intensität vorkommen? Anlässlich der 23. UN-Klimakonferenz, die vor wenigen Wochen in Bonn stattgefunden hat, haben Klimaexperten und Katastrophenforscher des KIT diese Fragen in der aktuellen Ausgabe des Forschungspodcasts KIT.audio erörtert. So sagt etwa Meteorologe Michael Kunz: „Hierzulande werden extreme Hitzewellen bald ein Riesenproblem sein.“ Nachzuhören unter www.kit.edu/audio.