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Portrait Monika Landgraf
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Gut genug? – Studie zum ethischen Konsum

Gut genug? – Studie zum ethischen Konsum
Autor:

Sibylle Orgeldinger, Sarah Werner, Justus Hartlieb, Sandra Wiebe

Quelle:

Pressestelle des KIT

Datum: 17.05.2017

Zertifizierungen wie „Bio“ oder „Fairtrade“ informieren darüber, dass bei der Herstellung eines Produkts besondere Rücksicht auf Mensch oder Natur genommen wurde. Konsumenten sind häufig bereit, für etablierte Zertifizierungen einen Aufpreis zu bezahlen. Doch wie verhält es sich, wenn gleichartige Produkte mit verschiedenen Kombinationen solcher Siegel zur Wahl stehen? Dieser Frage gingen Nora Szech und Jannis Engel in einer verhaltensökonomischen Studie am Karlsruhe Decision & Design Lab (KD²Lab) des KIT nach. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erfuhren, dass sie in jedem Fall ein Textilprodukt erhalten würden, nämlich ein Handtuch – die Teilnehmer der einen Gruppe ein Handtuch aus konventioneller Baumwolle, die der anderen Gruppe eines aus biologisch angebauter Baumwolle. Nun wurde ermittelt, wie viel Geld die Probanden jeweils für ein Handtuch zu zahlen bereit wären, welches unter kontrollierten Sicherheitsstandards für Fabrikarbeiter hergestellt wurde. Zudem hatten die Teilnehmer Gelegenheit, einen Teil ihrer Teilnahmevergütung an Flüchtlinge in Karlsruhe zu spenden. Die Studie ergab, dass sowohl die Zahlungsbereitschaft für die zertifizierte Sicherheit der Arbeiter als auch die Spendenbereitschaft bei Teilnehmern, die wussten, dass sie ein Bio-Handtuch erhalten würden, deutlich niedriger war als bei denen der anderen Gruppe. Szech und Engel sprechen von einem „Ablasseffekt“ einzelner Siegel: In diesem Fall genügte das Bio-Siegel offenbar, um das eigene Gewissen zu beruhigen und sich für andere ethische Aspekte weniger verantwortlich zu fühlen – getreu dem Motto: Ein bisschen gut ist gut genug. Diese Problematik fanden die Forscher noch dadurch verstärkt, dass Außenstehende diesen „Ablasseffekt“ nicht erahnten.

Schicht für Schicht zum optimalen Bauteil

Zahnräder aus dem Drucker, Düsen und Pumpen mit Laser gefertigt – additive Fertigungsverfahren wie das Laser-Strahlschmelzen (engl. Laser Beam Melting, LBM) bieten viele Möglichkeiten. Bei diesem entsteht das Bauteil nicht aus einem festen Block, sondern Schicht für Schicht durch einen Laser: Er schmilzt das Werkstoffpulver an den Stellen, an denen später das Bauteil entstehen soll. Nach dem Aushärten trägt eine Maschine eine neue Schicht Pulver auf, die der Laser wieder schmilzt, bis das neue Bauteil fertig ist. „Der Vorteil ist, dass sich so auch komplexe Strukturen flexibler, kostengünstig und werkzeuglos umsetzen lassen“, sagt Robin Kopf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am wbk Institut für Produktionstechnik des KIT. „Zudem können wir auch einige Funktionen individuell anpassen.“ Vor allem die Automobilindustrie kann vom LBM profitieren: „Für die deutsche Automobilindustrie ist die Erfüllung kunden-individueller Wünsche durch ein breites Angebot ein wesentliches Element des Erfolgs“, erklärt Kopf. Deshalb untersucht er im Projekt „AutoAdd“, wie die Automobilindustrie LBM serientauglich und wirtschaftlich einsetzen kann: „Mit additiven Zahnrädern oder Kolben könnten Motoren eine höhere Leistung erbringen oder leiser werden.“ Um die Potentiale des Verfahrens voll auszunutzen, müssen die Ingenieure Bauteile, Anlagen und Prozesse neu konzipieren und konstruieren. Hier setzt das wbk an: „Wir entwickeln alternative Anlagen- und Nachbearbeitungskonzepte sowie Prozessketten für LBM in der Serienfertigung“, sagt Kopf. „So können wir überprüfen, wie die Automobilindustrie von additiven Verfahren profitieren kann und wo es Sinn macht, diese anzuwenden.“ Das wbk arbeitet in AutoAdd eng mit Daimler, BMW, TRUMPF, Autodesk, GKN und dem Fraunhofer ILT zusammen.

Nachhaltigkeitstage 2017

Durch die Stadt laufen und dabei Beeren oder Gemüse naschen? In direkter Nachbarschaft in einer Gemeinschaft musizieren, theaterspielen und singen? Die Umgebung und Nachbarn besser kennenlernen oder durch ein Symbol für Secondhandware mit anderen Leuten ins Gespräch kommen? – Das und vieles mehr sind Ziele der vier NachhaltigkeitsExperimente  Kreativ Salon, Oststadt-Treff, Second Future und Beete & Bienen in der Karlsruher Oststadt. Beim Wettbewerb „dein NachhaltigkeitsExperiment“, den das „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des KIT gemeinsam mit der Bürgerstiftung Karlsruhe 2016 veranstaltete, wurden vier Bürgergruppen mit unterschiedlichen Ideen ausgewählt. Ziel war es, Forschung in die Lebenswelt der Menschen zu integrieren. Die erfolgreiche Arbeit der NachhaltigkeitsExperimente wird am 21. Mai von 14 bis 18 Uhr unter dem Motto „N!Tage – Nachhaltigkeit gemeinsam feiern!“ im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft (Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe) vorgestellt. Die Veranstaltung ist Teil der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg. Weitere Informationen: https://www.itas.kit.edu/2017_018.php.

Wie Wolken Wetter machen

Nicht nur für Dichter und Segler sind Wolken oft Rätsel und Inspiration in einem. Auch die Klimaforschung interessiert sich brennend dafür, wie Wolken entstehen, sich verbreiten und mit anderen Wetter- und Klimafaktoren wechselwirken. Angestrebt werden genauere lokale Wettervorhersagen und mehr Verständnis für Extremwetterereignisse wie Trockenheit, Starkniederschläge oder Stürme. Am KIT hat Podcasterin Lilien Wege sich zeigen lassen, mit welchen Methoden Klimaforscher den Geheimnissen der Wolken auf die Spur kommen. Nachzuhören in der fünften Folge von KIT.audio: www.kit.edu/audio.

Schnupperwoche für Studieninteressierte

Was soll ich studieren? Ist ein Uni-Studium überhaupt das Richtige für mich? Wie sieht der Studienalltag am KIT aus? Für Schülerinnen und Schüler, die sich solche Fragen stellen, organisiert das Zentrum für Information und Beratung (zib) des KIT eine Schnupperwoche in den Pfingstferien vom 6. bis 16. Juni. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, reguläre Lehrveranstaltungen des KIT zu besuchen. Zudem bietet das zib Informationsveranstaltungen rund ums Studium und zur Studienfachwahl an. Darüber hinaus gibt es eine Gesprächsrunde mit Studierenden: Am Dienstag, 13. Juni, von 16 bis 18 Uhr stellen Studierende verschiedener Fachrichtungen sich und ihr Studienfach kurz vor und beantworten Fragen der Studieninteressierten. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.sle.kit.edu/vorstudium/schnupperwoche.php