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Deutscher Studienpreis für Brailledisplay

Deutscher Studienpreis für Brailledisplay
Autor:

Sibylle Orgeldinger, Sarah Werner

Quelle:

PKM-Presse

Datum: 02.11.2016

Viele Anwendungen auf digitalen Geräten arbeiten mit Grafiken: Widgets, Icons, Fenster, Menüs. Oft vereinfachen diese die Anwendung. Menschen mit Seheinschränkungen stellen sie jedoch vor eine Herausforderung, denn Brailledisplays wandeln bisher nur Buchstaben in die Blindenschrift um. Die Maschinenbauingenieurin Elisabeth Wilhelm hat am KIT ein Display entwickelt, das neben Buchstaben auch Bilder und Grafiken tastbar machen kann. Für ihre Dissertation zeichnet sie Bundestagspräsident Norbert Lammert am 8. November in Berlin mit dem Deutschen Studienpreis 2016 der Körber-Stiftung in der Sektion „Natur- und Technikwissenschaften“ aus. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert. Elisabeth Wilhelms Display basiert auf einem mikrofluidischen Chip mit adressierbaren Phasenübergangsventilen: Sind einzelne Ventile geöffnet, kann eine speziell entwickelte Pumpe das Display an diesen Stellen leicht nach oben wölben. So entsteht ein Abdruck der digitalen Information, der nicht nur Buchstaben, sondern auch Formen als tastbare Bildpunkte abbilden kann. Diese Technik hat die Ingenieurin in einen exemplarischen Prototyp umgesetzt.

Forum für Kritische Interdisziplinarität

Der Biologe Peter Nick und der Philosoph Mathias Gutmann vom KIT haben ein „Forum für Kritische Interdisziplinarität“ (FKI) eingerichtet, um den Dialog zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen auf eine neue Ebene zu heben. Das Forum präsentiert typische Grenz- und Querschnittsfragen und macht zugleich die Veränderungen der Wissenschaften selbst sichtbar. Den Auftakt bildet ein öffentlicher Vortrag des dänischen Wissenschaftlers Henrik Schärfe über künstliche Intelligenz und das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 15. November, um 17.30 Uhr im Daimler-Hörsaal (Gebäude 10.21) am Campus Süd des KIT statt. Schärfe ließ eine Roboterkopie von sich selbst bauen, die mit der Fähigkeit zum Lernen ausgestattet ist. Hat eine solche Maschine ein Bewusstsein? Lebt sie? Ist es erlaubt, ihr den Akku auszubauen? – Neben den öffentlichen Vorträgen unter dem Titel „Forum kontrovers“ umfasst das FKI Seminare für Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen. Peter Nick und Mathias Gutmann erhielten 2015 den Landeslehrpreis für ihre innovativen interaktiven Lehrveranstaltungen, welche die Brücke zwischen Biologie, Technik und Philosophie schlagen. Das mit dem Landeslehrpreis verbundene Preisgeld fließt in den Aufbau des FKI ein. Weitere Informationen unter www.botanik.kit.edu/botzell/2078.php

Motorik: Wie eine Hand von der anderen lernt

Arm- und Handbewegungen sind grundlegend für den Alltag des Menschen: Sie ermöglichen ihm, Objekte zu benutzen und mit der Umwelt zu interagieren. Zugleich sind diese Bewegungen hochkomplex und schwer zu koordinieren. Christian Stockinger vom Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) des KIT untersucht, wie Menschen ihre Bewegungen erlernen und kontrollieren. Dabei hat er sich auf Hand- und Armbewegungen spezialisiert. Stockinger untersucht den intermanuellen Transfer, das heißt die Übertragbarkeit erlernter Bewegungen von einer Hand auf die andere, sowie die intermanuelle Interferenz, das heißt die gegenseitige Beeinflussung von verschiedenen Bewegungen, die mit der rechten und der linken Hand erlernt werden. Der Forscher, der am IfSS des KIT das Roboterlabor am BioMotion Center betreut, setzt für seine Untersuchungen Robotermanipulanda ein – man kann sich diese als große Joysticks oder Hebelarme vorstellen –, mit denen sich für die Probanden virtuelle Umgebungen und Gegenstände erzeugen lassen. Die Erkenntnisse aus seinen Studien lassen sich im Sport, in der Neurorehabilitation nach Krankheiten oder Verletzungen sowie in der Robotik anwenden. Beim weltweit größten multidisziplinären sportwissenschaftlichen Kongress, dem European College of Sport Science (ECSS) Congress 2016 in Wien, erreichte Stockinger mit einem Vortrag über seine Forschung den zweiten Platz im Wettbewerb „Mini-oral presentations“.