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Almut Arneth: IPBES-Bericht zur Artenvielfalt – Jedes Jahr, jedes Grad, jeder Quadratkilometer zählen

Almut Arneth: IPBES-Bericht zur Artenvielfalt – Jedes Jahr, jedes Grad, jeder Quadratkilometer zählen
Datum: 06.05.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wie haben sich biologische Vielfalt und Ökosysteme in den vergangenen 50 Jahren weltweit verändert? Wie werden sie sich – auch unter direktem Einfluss des Menschen und des Klimawandels – in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Und: Wo steht die Welt mit Blick auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens sowie der Abkommen zum Schutz der Biodiversität? Antworten gibt das Global Assessment, das der Weltbiodiversitätsrat IPBES heute in Paris vorstellt. Mit dem Bericht will der IPBES kritische Wissenslücken schließen und der Politik eine fundierte Grundlage für Entscheidungen zum Schutz von Klima und Umwelt liefern.


Almut Arneth, Professorin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung des KIT, ist eine koordinierende Leitautorin des Assessments. „Weltweit sind Ökosysteme und die Artenvielfalt jetzt schon erheblich geschädigt. Gründe sind unter anderem das Übernutzen von Ressourcen und der vom Mensch verursachte Klimawandel“, sagt sie. So zeige sich bereits jetzt, dass sich Grenzen und Zusammensetzungen von Vegetationen im Zuge der Erwärmung änderten, etwa wenn sich Wälder in der Tundra ausbreiteten oder Sträucher in Savannen immer mehr Grasflächen übernehmen. Aber auch die direkte Nutzung durch den Menschen, inklusive der Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft, habe große Auswirkungen. „Wir gehen weltweit davon aus, dass sich die Artendichte auf dem Land durch direkten menschlichen Einfluss bereits um mindestens 20 Prozent verringert hat, was ein Indiz für Lebensraumverlust ist“, so die Klimaforscherin. Unabhängig davon, was die konkrete Ursache in einer Region sei, der Verlust von Biodiversität führe dazu, dass Ökosystemleistungen abnehmen: Eine stark veränderte Vegetationsbedeckung wirke sich etwa auf die Regulation des Wasserkreislaufs aus, der Verlust der genetischen Vielfalt von Ackerpflanzen oder der bestäubenden Insekten auf die Nahrungsmittelproduktion. Aber auch der Wert von Landschaften für Tourismus oder Erholung sei betroffen.


Ebenso mache sich der Klimawandel verstärkt bemerkbar. „Bereits eine Erwärmung der globalen Mitteltemperatur um weitere 0,5 Grad Celsius trägt das Risiko eines substanziellen Artenverlusts“, sagt Arneth. „Jedes Grad, jeder Quadratkilometer und jedes Jahr, in dem weiterhin nicht gehandelt wird, zählen, wenn es darum geht, die Biodiversität zu schützen und Nachhaltigkeitsziele einzuhalten.“ Der Erhalt der terrestrischen Vielfalt sei möglich, bedürfe jedoch eines Landmanagements, das unterschiedliche Funktionen und Biodiversität berücksichtige. So gebe es zwar Schutzgebiete in vielen wichtigen Regionen, aber häufig seien diese nicht effizient gemanagt und die Zerstörung diverser Lebensräume gehe immer noch voran, etwa durch Abholzung. Veränderungen müssten sowohl auf individueller also auch globaler Ebene stattfinden. Hierzu gehöre, CO2-Emissionen und Umweltverschmutzung einzudämmen, die Ausbreitung invasiver Tier- und Pflanzenarten zu reduzieren, aber auch wesentlich das menschliche Konsumverhalten zu verändern.  


„Wir wissen natürlich nicht, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Aber es ist davon auszugehen, dass treibende Faktoren wie Landnutzung, Fischfang, Klimawandel, Verschmutzung und die Ausbreitung invasiver Arten weiterhin große Herausforderungen für das Erhalten und Wiederherstellen von Biodiversität und Ökosystemen sein werden“, fasst Almut Arneth zusammen. „Wenn es gelingt, schnell und synchron an allen diesen Herausforderungen zu arbeiten, ist das ein großer Mehrwert für verschiedene Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele. Das wollen wir mit unserem Bericht unterstützen.“


An dem IPBES Global Assessment sind insgesamt 450 Autorinnen und Autoren aus mehr als 50 Ländern beteiligt. Gemeinsam haben sie über drei Jahre um die 15 000 der relevantesten wissenschaftlichen und politischen Publikationen systematisch ausgewählt, bewertet und in Zusammenhang gebracht. Das Global Assessment ist das erste, das zusätzlich indigenes Wissen und regionales Know-how systematisch untersucht und einbezieht. Mit dem Bericht will der IPBES kritische Wissenslücken schließen und der Politik eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen zum Schutz von Klima und Umwelt geben.


Die Helmholtz-Gemeinschaft bietet der Presse am 7. Mai 2019 in Berlin die Analyse und Einordnung der Ergebnisse aus erster Hand an. Vier der insgesamt sieben deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die als Leitautoren am Global Assessment mitgeschrieben haben, stehen zu dessen Ergebnissen Rede und Antwort. Das Gespräch findet am 7. Mai 2019 ab 11 Uhr in der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft statt (Anna-Louisa-Karsch-Straße 2, 10178 Berlin, Raum K3a). Anmeldung unter: presse@helmholtz.de


Weitere Informationen:
Live-Schaltung zur Vorstellung des IPBES-Berichts: www.ipbes.net


Pressemitteilung Zentrum für Umweltforschung: https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=20/2019


Freundliche Grüße

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Strategische Entwicklung und Kommunikation (SEK)

Monika Landgraf
Leiterin Gesamtkommunikation, Pressesprecherin


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