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Zell- und Entwicklungsbiologie - Prof. Doris Wedlich

Zell- und Entwicklungsbiologie - Prof. Doris Wedlich
   

Die Leiterin des Bereichs I - Biologie, Chemie und Verfahrenstechnik am KIT erforscht am Modellorganismus des Krallenfrosches (Xenopus) zusammen mit ihrem Team einen grundlegenden Vorgang in Zellen, der in Zusammenhang mit der Krebsentstehung steht.

Zell- und Entwicklungsbiologie

Prof. Doris Wedlich, Zoologisches Institut
Prof. Doris Wedlich, Zoologisches Institut

Die Entstehung und Entwicklung von Krebs birgt für Mediziner auch nach jahrzehntelanger intensiver Forschung viele offene Fragen. Die meisten Krebsarten gelten bis heute als unheilbar. Den prinzipiellen Vorgang kennt man zwar: Zellen entarten aufgrund von Mutationen, vermehren sich sehr schnell und beginnen nach einer Weile im Körper zu wandern. So entsteht ein Tumor, der dazu neigt, Metastasen zu bilden. Die molekularen Ursachen dieser Vorgänge versteht man trotz verbesserter Tumortherapien jedoch noch nicht umfassend.

Professorin Doris Wedlich ist Leiterin des Bereichs I - Biologie, Chemie und Verfahrenstechnik am KIT. Am Modellorganismus des Krallenfrosches (Xenopus) erforscht sie zusammen mit ihrem Team einen grundlegenden Vorgang in Zellen, den Wnt-Signalweg, der in Zusammenhang mit der Krebsentstehung steht. Dazu injizieren die Wissenschaftler menschliche DNA oder RNA, die Krebsgene kodiert, in einem frühen Entwicklungsstadium in die Eizellen der Frösche. Den Embryonen wachsen zwei Köpfe, was die Wirkung des Krebsgens anzeigt. Behandelt man sie Embryonen parallel dazu mit passenden Gegenmitteln, entwickeln sie sich normal. Dieses Testverfahren ist inzwischen standardisiert und für Untersuchungen am Wnt-Signalweg vorgeschrieben. Die erfolgreich getesteten Wirkstoffe können dann als möglicher Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente verwendet werden.

Wissenschaftler kennen bereits einige Moleküle, die bei der Tumorentwicklung eine Rolle spielen, stehen aber oft vor einem Problem: Diese Moleküle haben viele Funktionen – und erfüllen im Körper auch wichtige Aufgaben, wie beispielsweise die Wundheilung. Schaltete man einen solchen Mechanismus mit Medikamenten aus, liefe man Gefahr, dem Patienten noch zusätzlich zu schaden. Auch diese Problematik untersucht das Team um Doris Wedlich und arbeitet dabei eng mit Ingenieuren aus der Mikrochip-Technologie zusammen. An Mäusestammzellen wollen die Forscher mithilfe so genannter Mikrofluidik-Chips Konzentrationen von Wirkstoffen auf lebenden Zellen viel genauer als bisher möglich bestimmen. Die Überlegung dabei ist, dass Tumor und Wundheilungsmechanismus zwar auf denselben Wirkstoff ansprechen, aber auf unterschiedliche Konzentrationen reagieren. „Diesen minimalen Unterschied könnte man sich zunutze machen,“ erklärt Wedlich. „Wenn man genau weiß, auf welche Minimaldosierung Tumorzellen reagieren, kann man diese Menge eventuell so wählen, dass andere wichtige Vorgänge im Körper davon unberührt und intakt bleiben. Jeder Tumor verhält sich aber anders. Unser Ziel ist es daher, spezifische Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Dazu sollen in Zukunft Tumorprofile erstellt werden, die es den Medizinern erlauben, Medikamente besser zu dosieren und an die individuellen Bedürfnisse der Patienten anzupassen. Damit würden deren Überlebenschancen enorm erhöht. Die Erstellung solcher Profile ist aber sehr komplex und wir brauchen noch jede Menge Grundlagenwissen.“

twn

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Frau Prof. Doris Wedlich her.

 

Fotonachweis:
Foto Zellteilung: Zoologisches Institut, KIT
Foto Prof. Doris Wedlich: Eva Pailer, KIT