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Wissensmanagement im Web - Prof. York Sure Vetter

Wissensmanagement im Web - Prof. York Sure Vetter
   

Das World Wide Web ist ein riesiger Wissensspeicher. Wie dieses Wissen bestmöglich erschlossen und zur Verfügung gestellt werden kann, gehört zu den Fragestellungen, denen sich der Wissenschaftler in seiner Professur am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) widmet.

(Bild: © Victoria - Fotolia.com)

Web Science und Wissensmanagement

Prof. York Sure-Vetter (Bildquelle: GESIS)
Prof. York Sure-Vetter, AIFB

Der Wirtschaftsingenieur, der seine Dissertation zum Informatik-Thema Ontologien und Wissensmanagement verfasste, widmet sich unter anderem dem noch jungen Forschungsgebiet Web Science. Er befasst sich damit, wie das Web als soziotechnisches System mit der Gesellschaft interagiert und wie der Zugang zu Informationen vereinfacht werden kann. „Eine wesentliche Frage lautet: Wie kann das Wissen im Web zum Wohl der Gesellschaft eingesetzt werden?“, sagt Sure-Vetter. Um den großen Strom riesiger Datenmengen nutzbar zu machen, werden mit Informatikmethoden Formate entwickelt, die Daten mit ihrer inhaltlichen Bedeutung verknüpfen - zum Beispiel, ob es sich bei einer bestimmten Zahl um die Einwohnermenge einer Stadt handelt oder aber um die Höhe eines Berges - und so aufgearbeitet, dass Maschinen sie lesen können. Semantische Technologien machen es möglich, die Bedeutung von Daten maschinenverarbeitbar darzustellen und nutzbar zu machen. Sie ermöglichen es dem Nutzer, durch maschinelle Abfragen dezentral über verschiedene Dokumentationsplattformen hinweg nach Oberbegriffen, inhaltlichen Beziehungen und Sinnzusammenhängen zu suchen. Die aus einer Vielzahl verfügbarer Wissensstellen stammenden und miteinander verknüpften Daten ergeben ein als LOD Cloud (Linked Open Data Cloud) bezeichnetes weltweites Netz. „Die Nutzung des Webs wird einfacher, weil die Kluft der technischen Darstellung und der Art wie Menschen denken überbrückt wird“, erläutert Sure-Vetter.

Das Web kann auch als Datensatz dienen, aus dessen Auswertung sich soziologische Rückschlüsse ziehen und Kenntnisse über den Zustand der Gesellschaft gewinnen lassen. Als Wissensspeicher unterstützt das Internet die Menschen in Beruf und Freizeit, und zugleich verändert es ihr Verhalten, zum Beispiel als Nutzer von Smartphones, Apps und sozialen Medien. Eines der Forschungsfelder innerhalb von Web Science ist es, zu untersuchen, was die Nutzung des Netzes über den Zustand der Gesellschaft aussagt und wie soziale Netzwerke die Gesellschaft beeinflussen. So bietet die Analyse der zeitlichen Entwicklung und Gewichtung von Inhalten in Kurznachrichtendiensten Informationen darüber, welche Themen an gesellschaftlicher Relevanz zunehmen.

Vor seiner Berufung an das KIT war Professor Sure-Vetter beim Software-Unternehmen SAP als Senior Researcher auf dem Forschungsgebiet „Internet der Dienste“ tätig, und er war Präsident von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, dem größten deutschen Forschungsinfrastruktur-Institut für die Sozialwissenschaften. Als Gastprofessor forschte der Wissenschaftler unter anderem an der Stanford University.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. York Sure-Vetter her.

Fotonachweis:
Foto Vernetzte Welt: Fotolia.com
Foto Prof. York Sure-Vetter: GESIS