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Algorithmen - Prof. Peter Sanders

Algorithmen - Prof. Peter Sanders
   

Wie sich riesige Datenmengen gut und schnell verarbeiten lassen, untersucht der Leiter des Instituts für Theoretische Informatik am KIT. Forschungsschwerpunkt des Informatikers und Experten für Algorithm Engineering ist der effektive Einsatz von Algorithmen insbesondere für die Handhabung großer Datenmengen. 

Algorithmen

Portrait Prof. Peter Sanders
Prof. Peter Sanders, ITI, KIT

„Motor jeder nicht trivialen Computeranwendung ist im Kern das Rechenverfahren, das die Berechnungen ausführen muss“, sagt Sanders. Der Wissenschaftler entwickelt solche präzisen mathematischen Vorschriften zur Verarbeitung von Daten, um zum Beispiel die Effizienz von Suchanfragen oder der Routenplanung im Internet zu steigern. Der Fokus seiner Forschung liegt auf leistungsfähigen Lösungen, die gleichermaßen theoretisch fundiert sind und sich in der Praxis bewähren. „Der kurze Abstand zwischen Grundlagenforschung und Anwendung ist uns sehr wichtig“, betont der Institutsleiter. Als Experte für Algorithm Engineering, das theoretische und experimentelle Ansätze vereint, befasst sich der Wissenschaftler mit Modellierung und Entwurf von Algorithmen, mit ihrer Implementierung in Computerprogramme und mit ihrer experimentellen Bewertung.

„Es geht darum, auf clevere Weise eine Brücke zwischen Theorie und anwendbaren Verfahren zu schlagen“, so Sanders. Dem Wissenschaftler ist es mit seinem Team unter anderem gelungen, durch ausgeklügelten Einsatz von Algorithmen Routenplaner auf Millionen von Routenberechnungen pro Sekunde zu beschleunigen, wofür er und seine Kollegen mehrfach mit dem Google Research Award ausgezeichnet wurden. Auch Industrieanwendungen für den stark wachsenden Bereich der Unternehmenssoftware, die zuverlässige Geschäftsdaten liefern sollen, ließen sich mit Algorithm Engineering erheblich effizienter gestalten als mit klassischen Datenbanken, betont der Informatiker. In Kooperation mit Physikern des KIT ist er daran beteiligt, die Daten der 40 Millionen Bilder pro Sekunde, die der Teilchenbeschleuniger des CERN bei Genf liefert, so zu verarbeiten, dass sie die für die Forschung relevanten Teilchenspuren erkennen lassen.

„Wir sind an langfristiger Forschung interessiert und beschäftigen uns auch mit den Skalierbarkeits-Herausforderungen der nächsten 10 oder 20 Jahre“, so Sanders. Als das menschliche Genom um das Jahr 2000 erstmals entschlüsselt wurde, hätten noch Tausende Computer monatelang dafür gerechnet, künftig werde es möglich sein in kürzester Zeit die Gene Hunderttausender Menschen zu sequenzieren, um Krankheitsrisiken zu erkennen und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. „Die medizinische Diagnostik ist eines der Gebiete, auf denen Algorithm Engineering eine Schlüsselrolle spielen wird“, sagt der Wissenschaftler. Sanders, der seit 2004 in Karlsruhe lehrt und forscht, erhielt 2012 für seine Arbeit auf dem Gebiet des Algorithm Engineering den Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Peter Sanders her.

 

Fotonachweis:
Grafik Kreislauf: Benjamin Niedermann, KIT
Foto Prof. Peter Sanders: privat