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Informatik und Recht - Dr. Oliver Raabe

Informatik und Recht - Dr. Oliver Raabe
   

Neueste Möglichkeiten der Informationsgesellschaft wie intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, machen den Alltag komfortabler und helfen Energie zu sparen, sie werfen aber auch datenschutzrechtliche Fragen auf. Der Jurist und Leiter der Forschungsgruppe „Compliance“ am Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) des KIT befasst sich mit Themen der rechtskonformen und gesellschaftsverträglichen Gestaltung von Informations- und Kommunikationstechnik. 

Informatik und Recht

Portrait Dr. Oliver Raabe
Dr. Oliver Raabe, ZAR

„Als Juristen an der Fakultät für Informatik haben wir am ZAR die Chance, vier bis fünf Jahre in die Zukunft der technischen Entwicklung zu schauen“, sagt Dr. Raabe. Der Wissenschaftler hat insbesondere Fragestellungen im Blick, die die Gesellschaft in naher Zukunft beschäftigen werden, wie die Installation intelligenter Stromzähler in den Haushalten. Als Kommunikationsschnittstelle speichern die schlauen Messgeräte detaillierte Daten über Zeitpunkt, Menge und Dauer des Stromverbrauchs. Innerhalb des Smart Metering genannten Konzepts übermitteln sie die Daten unter anderem an dezentrale Energieanbieter sowie die Betreiber von Übertragungsnetzen und Messtellen. Smart Grid biete ein großes Potenzial, Energie effizienter zu nutzen. Zugleich erfordere es die Bereitschaft der Bürger, persönliche Daten zu kommunizieren, so Raabe. Daraus ergebe sich ein Konflikt gesellschaftlicher Werte - von Versorgungssicherheit und Klimaschutz einerseits und dem Schutz personenbezogener Daten andererseits. Um diesen Konflikt zu lösen, gelte es, sowohl den gesetzlichen Rahmen als auch die informationstechnischen Konzepte optimal zu gestalten. „Wir versuchen mit zunehmendem Erfolg, Rechtsregeln schon in den technischen Systementwurf zu integrieren“, betont der Experte. So wurde am KIT eine Software entwickelt, die im Zuge einer Datenflussanalyse eine automatisierte Rechtsprüfung bezüglich des Datenschutzes vornimmt. Unternehmen wie Verbraucher seien gleichermaßen auf Rechtssicherheit angewiesen, betont der Jurist.

Wie die Infrastruktur der Informations- und Kommunikationstechnik für den Nutzer unsichtbar bleibe, so seien für den Entwickler sozusagen die rechtlichen Regeln unsichtbar. „Unser Hauptanliegen ist es, die Dinge wieder sichtbar zumachen, damit die Gesellschaft die Möglichkeit hat, aufgrund dieser Transparenz verantwortlich Entscheidungen zu treffen“, sagt Raabe.

Bereits seit dem Jahr 2000 beschäftigen sich Rechtswissenschaftler, Informationswirte und Informatiker am ZAR mit Fragestellungen an den Schnittstellen von Recht und Informationstechnik. Ihre Expertise ist unter anderem von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und der Bundesnetzagentur gefragt. Gemeinsam mit insgesamt elf Lehrstühlen des KIT aus den Fachbereichen Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften kooperiert das ZAR mit dem am KIT angesiedelten Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL), einem von deutschlandweit drei Forschungszentren für Cybersicherheit, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert hat.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Dr. Oliver Raabe her.

 

 

Fotonachweis:
Foto Bücherrücken: Dr. Oliver Raabe, ZAR, KIT
Foto Dr. Oliver Raabe: privat