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Mikroalgen als Rohstoff - Prof. Clemens Posten

Mikroalgen als Rohstoff - Prof. Clemens Posten
   

Mikroalgen können künftig eine wichtige Rolle für die Welternährung spielen und Teil der Energieversorgung sein. Der Leiter des Bereichs Bioverfahrenstechnik entwickelt neuartige Photobioreaktoren, in denen sich die Mikroorganismen unter optimalen Bedingungen effektiv und kostengünstig kultivieren lassen.

Rohstoff Mikroalge

Portrait Prof. Clemens Posten, Institut für Biologie und Lebensmitteltechik
Prof. Clemes Posten, BLT

 

„Algen nutzen das Sonnenlicht fünf Mal so effektiv wie Ackerpflanzen, und sie sind zu 100 Prozent verwertbar“, sagt Professor Posten. „Das Protein aus Mikroalgen könnte in Zukunft nennenswert zur Ernährung der Menschen beitragen“, betont der Wissenschaftler. CO2-neutraler Brennstoff aus Mikroalgen soll in den kommenden Jahren einen deutlichen Anteil am Energiemix haben, wie ihn die Bioökonomie im Zuge des Strukturwandels von der erdöl- zur biobasierten Industrie anstrebt. Ein großer Vorteil der Mikroorganismen ist, dass sie sich in geschlossenen Reaktoren auch in wüstenartigen oder brackwasserhaltigen Gebieten kultivieren lassen, ohne den als Nahrungsmittel angebauten Pflanzen Land weg zu nehmen. Die Frage `Teller oder Tank´ stelle sich bei diesem Rohstoff somit nicht. „Die Produktion von Mikroalgen ist nachhaltig, weil wenig Wasser gebraucht wird und keine Herbizide und Pestizide eingesetzt werden müssen“, sagt der Wissenschaftler. Noch aber sei sie zu teuer. Der Biologe und Elektrotechniker, der sich bereits in seiner Dissertation mit der Optimierung von Bioprozessen befasst hat, arbeitet an der Weiterentwicklung von Photobiorektoren für die Algenkultivierung, die wirtschaftlich und einfach zu handhaben sind. „Unser Ziel ist es, die Reaktoren kostengünstiger zu machen und die Bedingungen für die Mikroorganismen zu verbessern“, betont er. Der Wissenschaftler forscht unter anderem daran, die Algenanlagen aus möglichst wenig und recyclingfähigem Material herzustellen. Die Frage, bei welcher Lichtmenge die Mikroorganismen optimal produktiv sind, hat er mit seinem Team ebenso im Blick wie den Einfluss von Nährsalzen auf das Algenwachstum. Ein Membranverfahren soll dazu beitragen, das Zuführen von CO2, das die Algen neben dem Licht für die Produktion von Biomasse brauchen, energetisch günstiger zu gestalten als bislang. Algen nehmen beim Wachsen so viel CO2 auf, wie sie bei der Nutzung als Brenn- oder Treibstoff freisetzen, und bilden so einen CO2-neutralen Kreislauf. Industriepartner aus der Umwelttechnologie, der Energiewirtschaft und der Kunststoffproduktion sind an den verfahrenstechnischen Forschungen zur Algenproduktion am KIT beteiligt, dessen Biotechnikum für Algen eines der europaweit größten ist. In der KIT-Plattform für Mikroalgentechnologie arbeitet Posten interdisziplinär mit weiteren KIT-Instituten an der Technologieentwicklung zur nachhaltigen Energie- und Wertstoffproduktion mit Mikroalgen.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Clemens Posten her.

 

Fotonachweis:
Foto Algenreaktor: Florian Lehr, KIT
Foto Prof. Clemens Posten: Rosemarie Abel