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Wildrebenprojekt - Prof. Peter Nick

Wildrebenprojekt - Prof. Peter Nick
   

Zahlreiche Pilze, Viren, Bakterien und Insekten schädigen die Reben. Der Botaniker erforscht Möglichkeiten, die chemische Schädlingsbekämpfung zu verringern. Ein Weg könnte in neuen resistenten Rebsorten liegen. Im Gegensatz zur Kulturrebe wird der unkultivierte, wilde Wein beispielswiese gar nicht von Falschem Mehltau befallen.

Wildreben-Projekt: Auf dem Weg zu ökologischem Weinbau

Prof. Peter Nick, Botanisches Institut
Prof. Peter Nick, Botanisches Institut

Für die Produktion genussvoller Weine wurde die Weinrebe über Jahrhunderte kultiviert und gezüchtet. Die Winzer nutzen heutzutage Rebsorten, die großen Ertrag und guten Geschmack versprechen. Dabei variiert Quantität und Qualität sehr stark von Jahr zu Jahr, weil Wetter und Pflanzen-Krankheiten eine große Rolle spielen. Zahlreiche Pilze, Viren, Bakterien und Insekten schädigen die Rebe in ihren verschiedenen Wachstumsphasen nachhaltig. Alleine gegen den Falschen Mehltau (Peronospora) wird im Laufe des Anbaujahres rund 12 bis 15-mal Pflanzenschutzmittel gespritzt. Eine Möglichkeit die chemische Schädlingsbekämpfung zu verringern, könnte in neuen resistenten Rebsorten liegen. Denn im Gegensatz zur Kulturrebe wird der unkultivierte, wilde Wein gar nicht von Falschem Mehltau befallen.

Professor Peter Nick vom Botanischen Institut des KIT hat die Abwehrtaktik des wilden Weins gegen den Parasiten untersucht. Falscher Mehltau befällt über die Spaltöffnungen das Innere der Blätter. Der pilzartige Schädling findet die Öffnungen anhand des ausströmenden Stoffwechselproduktes Nonanal. Eine asiatische Wildweinrebe verwirrt beispielsweise den Falschen Mehltau durch die großflächige Abgabe von Nonanal über die ganze Blattfläche. Dadurch verschleiert sie die Lage der Spaltöffnungen. Europäische Wildreben scheinen in ihren Spaltöffnungen einen „Dichtungsring“ gegen Parasiten zu haben. Beide Methoden schließen das Einfallstor und schneiden den Mehltau von den Nährstoffen im Blattinnern ab. Der Parasit geht zugrunde.

In seinem Wildreben-Projekt, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird, sammelt Peter Nick wilde Rebsorten aus aller Welt. „Der Erhalt der Artenvielfalt ist natürlich zunächst ein Wert an sich“, erklärt Nick. Dazu kommt, dass wilder Wein viele positive Eigenschaften aufweist, die landwirtschaftlich genutzt werden können, etwa die Immunität gegen Falschen Mehltau oder Schwarzfäule. Über ein Kreuzungsprogramm wollen Nick und sein Team versuchen, die Abwehrtaktiken des wilden Weins auch auf die Kulturreben in Weinbergen zu übertragen, und somit einen Baustein für den biologischen Pflanzenschutz und den ökologischen Weinbau zu liefern. Dank moderner Gen-Karten und molekularbiologischer Werkzeuge sind Züchtungen heute viel schneller umzusetzen und versprechen mittelfristigen Erfolg.

kes

 

Weitere Informationen: http://www.botanik.kit.edu/garten/1012.php

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Peter Nick her.  

 

Fotonachweis:
Foto Traube: Peter Nick, KIT
Foto Prof. Peter Nick: Martin Lober, KIT