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Prof. Margarete Mühlleitner - Higgs-Boson

Prof. Margarete Mühlleitner - Higgs-Boson
Autor:

Prof. Margarete Mühlleitner

Quelle:

KIT-Zentrum Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik

Teilchenphysik

Gibt es das Gottesteilchen?

Die Theoretische Teilchenphysikerin erforscht das Higgs-Boson-Teilchen, auch Gottesteilchen genannt, am KIT. In einem Interview ordnet sie die Bedeutung der aktuellen Ergebnisse ein und erklärt, was die Suche nach dem Teilchen überhaupt so wichtig macht.

Die Suche nach dem Higgs-Boson

Prof. Margarete Mühlleitner
Prof. Margarete Mühlleitner, ITP

Gibt es das Higgs-Teilchen oder nicht? Noch können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des CERN diese Frage nicht beantworten. Ihre jüngsten Ergebnisse zeigen aber: Die Hinweise auf seine Existenz verdichten sich. Die Suche nach dem Higgs-Teilchen beschäftigt auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT: Experimentelle Teilchenphysiker genauso wie Theoretische Teilchenphysiker und Informatiker. Im KIT-Experten-Interview schätzt Professorin Margarete Mühlleitner, Theoretische Teilchenphysikerin, die Bedeutung der aktuellen Ergebnisse ein – und erklärt, was die Suche nach dem Teilchen überhaupt so wichtig macht.

Frau Mühlleitner, gerade hat das CERN neue Ergebnisse veröffentlich: Was bedeuten sie für die Suche nach dem Higgs-Boson?
MARGARETE MÜHLLEITNER: Durch die neuen Ergebnisse wird der mögliche Massenbereich für das Higgs-Boson noch einmal sehr stark eingeschränkt. Beide Experimente – mit den Detektoren ATLAS und CMS – haben bei der Auswertung ihrer Daten in dem niedrigen Massenbereich bei etwa 124 bis 126 Giga-Elektronenvolt (GeV) mehr Ereignisse gefunden als man erwarten würde, wenn es kein Higgs-Teilchen gäbe. Die Ergebnisse sind allerdings sowohl kompatibel mit der Hypothese, dass das Higgs-Boson existiert, als auch mit der, dass es kein Higgs-Teilchen gibt. Um verlässlichere Aussagen machen zu können, müssen mehr Daten gesammelt werden, um die Statistik zu erhöhen. Dies wird im nächsten Jahr geschehen, in dem die Messungen am Teilchenbeschleuniger LHC am CERN weitergehen.

Warum ist es so spannend, dieses Teilchen zu finden und seine Eigenschaften bestimmen zu können?
MÜHLLEITNER: Das Higgs-Teilchen ist deshalb für uns Teilchenphysiker so interessant, weil der damit verbundene Higgs-Mechanismus den Teilchen des Standardmodells der Elementarteilchenphysik ihre Masse verleiht, ohne dabei die Symmetrien zu verletzen, auf denen dieses Modell beruht. Das Higgs-Teilchen ist der letzte Baustein des Standardmodells, den wir bisher nicht nachgewiesen haben. Seine Entdeckung ist der erste Schritt auf dem Weg, die Erzeugung der Massen der Teilchen im Einklang mit den Symmetrien des Standardmodells zu erklären.

Wie geht die Suche nun weiter – und was erwarten Sie für das Jahr 2012?
MÜHLLEITNER: Da die beiden Experimente ATLAS und CMS zu ähnlichen Ergebnissen kommen, werden sie ihre Daten statistisch kombinieren. Dadurch wird die Datenmenge verdoppelt, so dass statistisch signifikantere Aussagen gemacht werden können. Das Ergebnis wird dann auf den CERN-Konferenzen im Februar oder März 2012 präsentiert werden. Ferner werden die Experimente am LHC ihre Messungen in nächsten Jahr fortsetzen, weitere Daten sammeln und so die Statistik erhöhen, so dass 2012 statistisch besser untermauerte Aussagen gemachen werden können.

Im Projekt InsideScience erklären die Theoretischen Teilchenphysiker des KIT ihre Arbeit für die Öffentlichkeit: InsideScience-Video auf Youtube zum Higgs-Teilchen

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Die Abteilung Presse des KIT stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Margarete Mühlleitner her.

 

Fotonachweis:
Grafik Higgs: InsideScience, KIT
Foto Prof. Margarete Mühlleitner: Jana Mayer, KIT