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Technikgeschichte - Prof. Kurt Möser

Technikgeschichte - Prof. Kurt Möser
   

Warum wurden manche Innovationen mit Begeisterung aufgenommen, während andere erfolglos blieben? Wie hat technischer Wandel die körperlichen Fähigkeiten des Menschen verändert? Der Historiker befasst sich mit kultur- und gesellschaftsgeschichtlichen Aspekten der Technik.

Technikgeschichte

Portrait Prof. Kurt Möser
Prof. Kurt Möser, Institut für Geschichte

„Technik- und Industriegeschichte trägt wesentlich zum Verständnis unserer heutigen Welt bei“, betont der Wissenschaftler. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Mobilitätsgeschichte im gesellschaftlichen Kontext und die Militärgeschichte im Industriezeitalter. „Viele Diskussionen, die heute in den Ingenieurwissenschaften geführt werden, kommen Historikern bekannt vor, und vieles wird verständlicher, wenn wir Entwicklungslinien ziehen“, sagt Möser. Der Blick in die Vergangenheit lasse unter anderem gesellschaftliche Rahmenbedingungen erkennen, die über Erfolg oder Misserfolg von Innovationen entscheiden. „In den technikbegeisterten 1950er- und -60er Jahre schien vieles möglich, mit dem Ende des deutschen Wirtschaftsbooms der Nachkriegszeit und der Ölkrise in den 1970er Jahren wuchs die Skepsis“, so der Historiker. „Ob eine Neuerung sich durchsetzt, entscheidet sich an den Wünschen der jeweiligen Gesellschaft“, sagt Möser. Technologien seien zudem besonders erfolgreich, wenn sie verschiedene Nutzungsmöglichkeiten in sich vereinen, wie der Computer, der sich zum Arbeiten und Spielen gleichermaßen eigne. Ein Forschungsthema des Historikers sind die Körper-Technik-Beziehungen. Der Mensch habe sich im Umgang mit technischen Geräten in vielfältiger Weise angepasst. Während sich ein Erwachsener im 19. Jahrhundert das Balancieren auf dem Fahrrad mühsam und langwierig aneignete, wird diese Mensch-Technik-Interaktion heute selbstverständlich im Kindesalter erlernt. „Dass wir als Autolenker bei einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern in der Lage sind, zu sehen, was hinter, vor und neben uns passiert, und Differenzgeschwindigkeiten zu folgenden und vorausfahrenden Wagen einzuschätzen, ist eine sehr junge Fähigkeit“, so Möser. Aktuell sieht der Wissenschaftler drei Entwicklungen: Die Technik komme dem menschlichen Körper immer näher; die als Erweiterte Realität bezeichnete Verknüpfung von dinglicher und virtueller Welt schreite fort; und es gebe einen Trend dazu „aufregende“ Technik als Freizeit-Faszination zu nutzen, zum Beispiel für Abenteuersportarten. 

In seiner Habilitationsschrift hat sich Möser mit dem Thema „Fahren und Fliegen in Frieden und Krieg – Kulturen individueller Mobilitätsmaschinen 1880-1930“ befasst. Der Wissenschaftler, der vor seiner Lehrtätigkeit als Professor für Neuere und Neueste Geschichte am KIT unter anderem Konservator am Landesmuseum für Technik und Arbeit - Technoseum - in Mannheim war, ist Verfasser zahlreicher technik-historischer Essays. Deren Gegenstand reicht von den Kondensstreifen, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg als Begleiterscheinungen neuer Typen von Kriegsflugzeugen wahrgenommen wurden, bis zu Gedanken über den Umgang mit der „Widerständigkeit“  nicht funktionierender Dinge.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Kurt Möser her.

 

Fotonachweis:
Foto Oldtimer: Eva Pailer, KIT
Foto Prof. Kurt Möser: Technoseum Mannheim, Fotograf Klaus Luginsland