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Bauwesen: Kreislaufwirtschaft - Prof. Dirk Hebel

Bauwesen: Kreislaufwirtschaft - Prof. Dirk Hebel
   

Baumaterialien wie Sand, Zink oder Kupfer aus der Erdkruste stehen nur noch für wenige Jahrzehnte in ausreichender Menge zur Verfügung, der Bedarf an Baustoffen jedoch wächst. Der Leiter des Fachgebiets Nachhaltiges Bauen untersucht Ressourcenkreisläufe und entwickelt alternative Baumaterialien und Konstruktionsmethoden für Bauprozesse der Zukunft.

Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

Prof. Dirk E. Hebel, Privat
Prof. Dirk E. Hebel, KIT

„Die Baubranche befindet sich in einem Paradigmenwechsel von der Verbrauchs- zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Gebäude so konstruiert und gefertigt werden, dass all ihre Komponenten später weiter genutzt werden können“, sagt Hebel. Sowohl unter ökologischen wie unter wirtschaftlichen Aspekten sieht der Architekt die Bedeutung von Recyclingmaterialien weiter steigen. Zum einen müsse die Stadt als neue Mine zur Gewinnung von Rohstoffen betrachtet werden, zum anderen gelte es alternative und innovative Materialien für die Architektur zu entwickeln. „Was bislang als Abfall betrachtet wurde, kann als Ressource für Neues genutzt werden, und Baumaterialien können, wenn sie sortenrein und rückstandsfrei eingesetzt werden, wieder in ihre jeweiligen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden“, so der Wissenschaftler. Das Forschungsinteresse des Architekten richtet sich insbesondere auf das Entwickeln neuartiger, gewachsener und gezüchteter Materialien, die Beton und Stahl, aber zum Beispiel auch herkömmliche Dämmstoffe ersetzen können. Sowohl im Labor wie in realisierten Bauprojekten experimentiert er unter anderem mit Bambusfasern sowie mit einem Werkstoff, der aus dem Wurzelgeflecht von Pilzen kultiviert wurde.

Die Forschungseinheit „Urban Mining & Recycling“, die Anfang 2018 im Schweizerischen Dübendorf bei Zürich als Teil des Forschungs- und Testgebäudes NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) eröffnet wurde, ist ein Wohnmodul, das ausschließlich aus kompostierbaren, wiederverwertbaren oder weiternutzbaren Materialien für Konstruktion und Ausbau besteht. Das Konzept für das Modul stammt von Professor Werner Sobek mit Professor Dirk E. Hebel und Felix Heisel. „Mit der Testwohnung wollen wir beweisen, dass es schon heute möglich ist, so zu bauen, dass sämtliche Ressourcen zu hundert Prozent und sortenrein wieder ausbaubar sind“, sagt Hebel.

Bei der Betrachtung von Ressourcenkreisläufen, nachwachsenden Baumaterialien und alternativen Konstruktionsmethoden hat der Experte für nachhaltiges Bauen auch die Anwendung in Entwicklungsländern im Blick. Vor seinem Ruf an die Fakultät für Architektur des KIT war Hebel unter anderem Wissenschaftlicher Direktor des Äthiopischen Instituts für Architektur, Baukonstruktion und Stadtentwicklung in Addis Abeba und Forschungsleiter für alternative Baumaterialien am Future City Laboratory Singapore. Für seine Bauten mit ungewöhnlichen Konstruktionsmaterialien wie Luft, Wasser, Bambus-Komposit oder Müll erhielt er internationale Preise, darunter den Innovation Grant der Singapore-MIT Alliance for Research and Technology, einen Zumtobel Group Award und den Lanxess Award Singapore.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Dirk E. Hebel her.

 

Fotonachweis: 
Foto Bauelemente: Carlina Teteris
Foto Prof. Dirk E. Hebel: Privat