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Prof. Veit Hagenmeyer - Energieinformatik

Prof. Veit Hagenmeyer - Energieinformatik
Autor:

Prof. Veit Hagenmeyer

Quelle:

KIT-Zentrum Energie

Energie, Informatik

Energieinformatik

Das Energiesystem der Zukunft wird stärker dezentral sein, und es muss durch seinen Anteil erneuerbarer Energien mit Schwankungen durch Wind und Wetter umgehen können. Angesichts dieser Herausforderungen sucht der Professor für Energieinformatik nach informations- und kommunikationstechnologischen Lösungen für eine stabile, wirtschaftliche und sichere Energieversorgung.

Energieinformatik

Portrait Prof. Veit Hagenmeyer, Institut für Angewandte Informatik (IAI) am KIT
Prof. Veit Hagenmeyer, IAI, KIT

„Uns beschäftigt das Problem, wie wir die künftigen Energieströme managen, um die Stromnetze stabil zu erhalten, also Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten“, sagt der Leiter des Instituts für Angewandte Informatik (IAI). Windräder und Photovoltaikanlagen liefern nicht zu jeder Zeit gleich viel Strom, ihre Einspeisungen ins Verbundnetz unterliegen Schwankungen. Statt nur weniger zentraler Kraftwerke versorgen künftig vermehrt dezentralere Einheiten die Konsumenten mit Strom aus unterschiedlichen Energieträgern, zudem speisen manche Nutzer ihrerseits eigenproduzierten Strom ins Netz ein. Diese Vielgestaltigkeit und Flexibilität stellt die Netzleitstellen vor anspruchsvolle Aufgaben. Bei einer unvorhergesehenen Netzstörung etwa stellen Turbinen und Generatoren die in der Masse ihrer riesigen Schwungräder gespeicherte Energie - die Trägheitsreserve - sekundenschnell zur Verfügung, Wind- und Sonnenenergie jedoch leisten diese Notversorgung nicht. „Nur mit intelligenter Steuerung und geeignetem Speichermanagement sind diese Herausforderungen effizient und effektiv in den Griff zu bekommen“, betont der Diplomingenieur mit dem Schwerpunkt Technische Kybernetik, die sich mit der Dynamik technischer Systeme befasst. Hagenmeyer entwickelt Informatikmethoden für die Automatisierung der Energieversorgung von morgen in den Bereichen der Modellierung, Simulation, Regelungstechnik, Prognose und des informations- und kommunikationstechnologisch gestützten Betriebs. Damit das komplexe Energiesystem eine zuverlässige Stromversorgung gewährleistet, müssen unter anderem Energiezustandsdaten erfasst, analysiert und genutzt werden, die die jeweils aktuelle Situation der Lastflüsse abbilden.

Anhand realer Daten untersuchen Forscher des von Hagenmeyer geleiteten IAI am EnergyLab 2.0, einer von Bund und Land geförderten interdisziplinären Plattform zur Erprobung innovativer Energiekonzepte am KIT neue Informatik-Ansätze zur Stabilisierung der Energienetze. Im Smart Energy Simulation and Control Center des EnergyLab 2.0 am IAI werden Softwarekomponenten zur Optimierung von Energienetzen entwickelt, und gemeinsam mit Industriepartnern nimmt der Energieinformatiker unter anderem die Verknüpfung der Strom-, Wärme- und Gasnetze - die energiewirtschaftliche Sektorkopplung - anwendungsorientiert in den Blick, um die im Energiekonzept 2050 der Bundesregierung angestrebte CO2-Reduktion weiter voranzutreiben. Zu den Partnern des EnergyLab 2.0, das einen elementaren Teil des Campus Nord des KIT bildet, gehören die Helmholtz-Zentren Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Forschungszentrum Jülich. Innerhalb der Förderinitiative „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ der Bundesregierung ist Hagenmeyer am Projekt „ENSURE: Neue Netzstrukturen für die Zukunft“ beteiligt.

afr

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Veit Hagenmeyer her.

 

Fotonachweis:
Foto EnergyLab 2.0: Andreas Drollinger
Foto Prof. Veit Hagenmeyer: KIT