english  | Home | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT
Portrait Monika Landgraf
Leiterin Gesamt-kommunikation, Pressesprecherin
Monika Landgraf

Tel: +49 721 608-21150
Fax: +49 721 608-43658
E-Mail

Margarete Lehné
Stellvertretende Pressesprecherin
Margarete Lehné

Tel: +49 721 608-21157
E-Mail

Informationen zum KIT

Homepage des KIT

Flyer "Daten, Zahlen, Fakten"

Das KIT auf Facebook und Twitter:

 

Hitzewellen - Prof. Andreas H. Fink

Hitzewellen - Prof. Andreas H. Fink
   

Sehr heiße Sommer mit vielen ungewöhnlich warmen Tagen wie im „Jahrhundertsommer“ 2003 wird es statistisch gesehen häufiger geben. Der Meteorologe forscht am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Department Troposphärenforschung (IMK-TRO) daran, die Vorhersagbarkeit von Hitzewellen zu verbessern.

Bessere Vorhersage von Hitzewellen schützt Leben

Andreas H. Fink (Foto: Susanna Mohr, KIT)
Prof. Andreas H. Fink

„Um einen Hitzetag zu definieren, schauen wir, ob ein bestimmter Tag in der jeweiligen Region zu den wärmsten zehn Prozent für diese Jahreszeit gehört. Zumeist wird dafür ein 30-Jahres-Zeitraum betrachtet“, erläutert Andreas Fink. Von einer Hitzewelle sprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wenn sich mindestens drei solcher Hitzetage aneinander reihen. 13 Tage waren es während der bislang stärksten Hitzewelle in Deutschland im August 2003, in Russland wurden 2010 sogar 44 Hitzetage in Folge gezählt. 

Eine frühe Warnung vor Hitzewellen hilft, Leben zu schützen und Kosten zu sparen, denn die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens. Alte und geschwächte Menschen können vorzeitig sterben, die Waldbrandgefahr ist hoch und die zumeist mit der Hitze einhergehende extreme Trockenheit verursacht große Schäden in der Landwirtschaft. Ein weiteres Problem ist, dass für Kraftwerke, die auf Kühlwasser aus den Flüssen angewiesen sind, nicht mehr ausreichend Wasser zur Verfügung steht oder dieses nicht kühl genug ist. Ist das Wasser etwa im Rhein über 28 Grad warm, müssen Kraftwerke in der Regel ihre Leistung drosseln, um ein Fischsterben zu verhindern und die Gewässerökologie nicht zu gefährden. „2003 war die Versorgungssicherheit zwar jederzeit gewährleistet, aber die Strompreise stiegen kurzfristig auf das Zehnfache“, so Fink.

„Durch die Verbesserung der Vorhersage wollen wir den Warnhorizont erweitern, damit Vorkehrungen getroffen werden können“, sagt der Meteorologe. Ein Ziel des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Wellen, Wolken, Wetter“, an dem neben dem KIT die Ludwig-Maximilians-Universität in München und die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz beteiligt sind, ist es, den Zeitraum von Prognosen auf bis zu drei Wochen auszuweiten. Um die physikalischen Prozesse - nicht nur - von Hitzewellen besser zu verstehen, analysiert Fink mit seinen Kolleginnen und Kollegen unter anderem Ensemblevorhersagen. Diese betrachten zahlreiche jeweils von leicht unterschiedlichen Anfangszuständen ausgehende Szenarien, die in der zeitlichen Annäherung an ein Wetterereignis immer präziser werdende Prognosen ermöglichen. Zudem nehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für verbesserte, gesicherte Wettervorhersagen wellenförmige Luftbewegungen in der Atmosphäre in einem großräumigen Bereich von mehreren Tausend Kilometern in den Blick.

Die Frage, ob künftige Hitzewellen in Westeuropa womöglich über das bislang erwartete Maß hinausgehen, beschäftigt Fink im Zuge des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ab Herbst 2019 geförderten Projekts „Klimawandel und Extremereignisse (ClimXtreme)“, an dem das IMK-TRO beteiligt ist. „Anders als oftmals angenommen, wird nicht heiße Luft aus der Mittelmeerregion heran transportiert“, erklärt Fink. Vielmehr werden Luftpakete, die vom Atlantik kommen und in einem starken Hochdruckgebiet über Europa gezwungen werden, aus höheren Schichten abzusinken, komprimiert und erwärmen sich dadurch. Bisher wurde diese entscheidende Dynamik noch nicht für Klimamodelle betrachtet, nun soll sie einbezogen werden: „Inzwischen können wir ein Wolkenpaket auf seiner Fahrt durch die Atmosphäre verfolgen und diesen Komprimierungsprozess genau anschauen“, sagt Fink.

afr

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Andreas H. Fink her.

Fotonachweis:
Bild Hitzewellen: Gabi Zachmann, KIT
Foto Prof. Andreas H. Fink: Susanna Mohr, KIT