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Zusammenarbeit mit China - Dr. Ole Döring

Zusammenarbeit mit China - Dr. Ole Döring
   

Der Kulturphilosoph und Sinologe lehrt am Institut für Technikzukünfte des KIT. In seiner Forschung zu ethischen Fragen und Grundlagen der Zusammenarbeit mit China befasst er sich mit kulturübergreifenden Ordnungssystemen sowie deutschen und chinesischen Konzepten von Technik und Ethik, insbesondere mit Fragen der globalen Gesundheit.

Die chinesische Kultur verstehen

Dr. Ole Döring
Dr. Ole Döring, ITZ

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, Wissenschaft und Technologie entwickeln sich in der Volksrepublik rasant. Führende deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen, ebenso wie der Mittelstand wollen vorbereitet sein, auch in der Zukunft auf hohem Niveau mit Partnern im „Reich der Mitte“ kooperieren zu können. Die kulturellen Grundlagen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit sind ein Forschungsschwerpunkt des Philosophen Ole Döring, der die Voraussetzungen eines Dialoges zwischen dem europäischen und chinesischen Denken an Themen der Ökonomie und Governance in den Blick nimmt und anhand von übergreifenden Problemen der Lebenswissenschaften Gesundheits- und Sozialsysteme untersucht.

„China hat sich in den vergangenen 40 Jahren qualitativ vollkommen verändert und begonnen, seine eigene Kultur für die heutige Zeit selbst zu entwickeln. Unsere Wahrnehmung hält mit dieser Entwicklung bislang nicht Schritt, eine wirkliche kulturelle Begegnung hat noch gar nicht stattgefunden“, stellt der Wissenschaftler fest. China habe sich mehr darum bemüht, den Westen zu verstehen als umgekehrt. Es fehle, auch in der Wissenschaft, an angemessener China-Kompetenz, um ein zeitgemäßes Chinabild zu vermitteln. Um mit chinesischen Geschäftspartnern zu verhandeln, genüge es nicht, die Sprache zu sprechen und die Etikette zu beherrschen, vielmehr gelte es, die Kultur von innen her zu verstehen: so „selbst-verständlich“ zu machen wie zum Beispiel die USA. Angesichts der ethnischen und kulturellen Vielfalt innerhalb des Landes warnt Döring zugleich davor, China als einen monolithischen Block zu betrachten. „China ist genauso widersprüchlich wie der Westen“, so der Experte. Wenn man zum Beispiel missbräuchliche Anwendungen von Künstlicher Intelligenz fürchte, müsse man dies nicht tun, „weil es China ist“, sondern weil der Mensch überall von sich aus dazu neigt, Macht zu missbrauchen. „Wenn Chinesen sehen, dass unsere Modelle im Umgang mit Wissenschaft und Technologie gut sind, werden sie sich aus vernünftigem Kalkül daran orientieren“, ist Döring überzeugt. 

„Angesichts der globalen Herausforderungen sind wir zur Zusammenarbeit verdammt, wir sitzen im selben Boot und müssen gemeinsam rudern“, betont der Philosoph. Eine neue, gebildete und kritische Generation junger Chinesen sei bestrebt, die Modernisierung aus eigener Kraft weiterzuführen und international zu agieren. Anstatt wie einst westliches Know-how abzuschöpfen, trete China mittlerweile gestärkt und mit eigenen Qualitätsansprüchen auf den Weltmärkten auf.

Döring ist Mitbegründer und Vorstand des Instituts für globale Gesundheit Berlin, einer interdisziplinären Wissensplattform von Expertinnen und Experten, die das Thema Gesundheit in weltweite Zusammenhänge stellt, um Politik und Gesellschaft zu beraten. Er ist auch wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Zentrums für Chinesisches Denken in Meyenburg. Seine am KIT verfasste Habilitation trägt den Titel „Die gute Ordnung des Lebens als ethische Regelungskonstante im kulturellen Spannungsfeld der Bioethik: Aufschlüsse aus der deutsch-chinesischen Konfrontation“. 2009 erhielt der Philosoph als erster Europäer in China den „Outstanding Contributions Award in Medical Ethics“ der Fachzeitschrift „Medizin und Philosophie“. Im März 2019 erschien sein politisch-philosophischer Essay „Das Luther-Gen“ im ibidem-Verlag.

afr

 


Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Dr. Ole Döring her.

Fotonachweis:
Foto China: Albert Chau, GEC, Hong Kong PolyU
Foto Dr. Ole Döring: Albert Chau, GEC, Hong Kong PolyU