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Roboter und Gesellschaft - Prof. Michael Decker

Roboter und Gesellschaft - Prof. Michael Decker
   

Industrie-Roboter in Fertigungshallen gehören zum Arbeitsalltag, Service-Roboter könnten künftig auch in der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden. Welche Fragen sich der Gesellschaft beim Einsatz neuester Technologien stellen, ist ein Forschungsthema des Leiters des Bereichs II „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft“ am KIT.

Roboter und Gesellschaft

Portrait Prof. Michael Decker, ITAS
Prof. Michael Decker, ITAS

Roboter können dem Menschen schwere, monotone und gefährliche Arbeiten abnehmen. Sie lassen sich in Laboren und Fabrikhallen ebenso einsetzen wie am Bett eines Pflegebedürftigen. „Es ist eine interessante Fragestellung, die Ersetzbarkeit des Menschen durch Roboter zu betrachten“, sagt Michael Decker. „Selten geht es darum, den Menschen komplett zu ersetzen“, betont der Leiter des Bereichs II „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft“ am KIT. Denkbar sei eher, dass ein Service-Roboter die Tätigkeit des Menschen ergänzt. So könne ein Pfleger entlastet werden, indem ein Roboter ihm die schwere Tasche mit einem Reanimationsgerät hinterher fährt oder die physiologischen Daten des Patienten überwacht. Was ein guter Krankenpfleger mit all seinen Sinnen wahrnimmt, und wie er die Befindlichkeit eines Menschen aufgrund seiner Erfahrung einschätzt, werde ein Roboter jedoch nicht leisten können. Angesichts der künftigen Altersstruktur der Gesellschaft und dem Mangel an Pflegekräften gelte es - neben der Suche nach nicht-technischen Alternativen - auch zu fragen, welche Art des Technikeinsatzes die Gesellschaft für wünschenswert hält. So könne eine technische Unterstützung einen Autarkiegewinn für Menschen mit Demenz bedeuten. Ein Roboter, der mit einem desorientierten Menschen spazieren geht, kann dazu beitragen, die motorischen Fähigkeiten des Patienten zu erhalten. Ethische und rechtliche Fragen stellen sich dabei, so Decker, immer dann, wenn der Technik Entscheidungen übertragen werden. Wer haftet, wenn ein Schaden entsteht, weil der Roboter eine falsche Entscheidung trifft? Inwieweit darf autonomes Handeln eines Roboters zugelassen werden, zum Beispiel um menschliche Fehler zu korrigieren? Antworten auf Fragen wie diese und Handlungsempfehlungen entwickelt der promovierte Physiker, der am Institut für Philosophie des KIT eine Professur für Technikfolgenabschätzung innehat, in Projektgruppen gemeinsam mit Pädagogen, Soziologen, Ökonomen, Juristen und Technikern. „Die Abwägung im Konflikt zwischen individuellen und gesellschaftlichen Interessen ist keine einfache Frage“, sagt Decker. Sie stelle sich angesichts der technischen Möglichkeit des Bordcomputers, das Fahrzeug eines übermüdeten Autolenkers zu stoppen ebenso wie bei der Entscheidung, ob es einem Altenheim-Bewohner zumutbar ist, einen Pulsmesser am Körper zu tragen. „Ideal wäre es, wenn die Technik erst dann ins Spiel gebracht würde, wenn sie auch gebraucht wird“, sagt Decker. Das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS) am KIT ist die größte wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland, die sich mit Technikfolgenabschätzung befasst. Es berät Parlamente, Ministerien und Behörden, betreibt das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) und kooperiert mit zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

 

afr

 

 

Der Presseservice des KIT stellt gern Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Michael Decker her.

 

Fotonachweis:
Foto ARMAR: Wolfgang Schaible
Foto Prof. Michael Decker: Patrick Langer, KIT