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Internet der Zukunft - Dr.-Ing. Roland Bless

Internet der Zukunft - Dr.-Ing. Roland Bless
   

Die Menge der übertragenen Daten verdoppelt sich etwa alle drei Jahre, die Zahl der digitalen Endgeräte steigt, und das Internet der Dinge stellt die digitale Infrastruktur vor neue Herausforderungen. Der Informatiker am Institut für Telematik befasst sich unter anderem mit der Frage, wie das Internet solch neue Herausforderungen meistern kann.  

Netzneutralität, Breitbandtechnologie und IPv6

PD Dr. Roland Bless, TM
PD Dr. Roland Bless, TM

Musik-Streaming, IP-TV und Video-on-Demand lassen einerseits die zu übertragende Datenmenge wachsen, Telefonieren über das Internet (Voice-over-IP) und Onlinespiele brauchen andererseits als interaktive Dienste möglichst geringe Verzögerungszeiten bei der Übertragung. Neue Dienste wie Augmented-Reality-Anwendungen kommen auf den Markt, und es ist zu erwarten, dass zunehmend mehr Cloud-Computing-Dienste genutzt werden, die einen Datentransport zu und von den Servern erfordern. „Die digitale Infrastruktur hat in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen, ein Ausbau für höhere Geschwindigkeiten ist dringend geboten, damit Deutschland bei digitalen Innovationen mittelfristig nicht ins Hintertreffen gerät“, betont Bless. „Aktuelle Entwicklungen wie die Industrie 4.0 bringen immer mehr Geräte ins Internet“, sagt der Privatdozent. Mehr Endgeräte unterstützen HD-Qualität, und Ultra-HD-Angebote mit noch höherer Bildauflösung und entsprechend größeren zu übermittelnden Datenmengen folgen. Breitbandzugänge mit höheren Geschwindigkeiten seien deshalb zunehmend wichtiger, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Privathaushalte, so der Informatiker. Auch für Start-up-Unternehmen im Internetsektor seien Übertragungskapazitäten wesentlich, sagt der Wissenschaftler und betont: „Glasfasertechnologie gilt als zukunftssicherste Lösung für Breitbandanschlüsse, weil sie weitere Kapazitätssteigerungen durch gleichzeitige Nutzung mehrerer Wellenlängen ermöglicht“

Derzeit ist nach Ansicht des Informatikers bei einem Datenstau im Netz eine technisch differenzierte Behandlung der Übertragungsdaten sinnvoll und notwendig. Momentan brauche man die Priorisierung bestimmter Dienste, da für echtzeitkritische Anwendungen im Internet wie Telefonie oder bei Fernoperationen mittels Telemedizin eine rechtzeitige Zustellung der Daten wichtig für die Qualität ist. Das Grundprinzip der Netzneutralität - der Gleichbehandlung aller Daten bei der Übertragung im Internet unabhängig von ihrem Inhalt, ihrer Herkunft und ihrem Ziel - sei daher auch aus Nutzerperspektive nicht immer sinnvoll. „Problematisch ist es, wenn nicht der Nutzer selbst entscheidet, welche Daten besser behandelt werden, sondern der Provider“, sagt Bless, der die vom EU-Parlament beschlossenen Regeln zur Netzneutralität als in sich widersprüchlich wertet.

Der Informatiker, der am KIT habilitiert wurde, engagiert sich in der Internet Engineering Task Force (IETF), einer internationalen Vereinigung, die sich mit der technischen Weiterentwicklung des Internet befasst und in der Vorschläge für Internetstandards diskutiert werden. Angesichts der wachsenden Zahl internetfähiger Endgeräte ist es nach Ansicht des Experten notwendig, das Internetprotokoll IPv6 für die Adressierung der Geräte schneller einzuführen. Das derzeit eingesetzte IPv4-Protokoll sieht vier Milliarden verschiedene Adressen vor - zu wenig angesichts einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen und der Vielzahl von Geräten. „Jedes im Internet global erreichbare Gerät benötigt mindestens eine solche IP-Adresse“, erklärt Bless. IPv6 bietet 340 Sextillionen Adressen - eine Zahl mit 36 Nullen. Der Informatiker erwartet eine steigende Nachfrage von Verbrauchern bei den Internetanbietern nach dem Zugang zum neuen, größeren Adressraum und besseren Diensten. 

afr

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und PD Dr. Roland Bless her.

 

Fotohinweis:
Foto Server: Rolf Mayer, KIT
Foto PD Dr. Roland Bless: Bernhard Löwe, KIT