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Antizipation riskanter Verkehrssituationen

Antizipation riskanter Verkehrssituationen
author: Sybille Orgeldinger, Sarah Werner
source:

PKM-Presse

Date: 12.10.2016

Blitzeis auf der Fahrbahn, spielende Kinder am Straßenrand, plötzlich stockender Verkehr auf der Autobahn: Solche Situationen verlangen von einem Autofahrer rasche Handlungsänderungen, um Gefahren abzuwenden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, die Risiken zu antizipieren, das heißt, sie gedanklich vorwegzunehmen. Wie sich körperlich-emotionale Prozesse auf die Antizipation von Risikosituationen auswirken, untersucht der Psychologe Tobias Heine in einem aktuellen Projekt am Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (ifab) des KIT. Seine Arbeit basiert auf der aus den Neurowissenschaften stammenden Theorie der somatischen Marker: Demnach sind alle emotionalen Erfahrungen eines Menschen körperlich gespeichert und werden bei neu anstehenden Entscheidungen automatisch abgerufen. Nimmt ein Autofahrer eine Situation als potenziell riskant wahr, geht das mit unbewussten körperlichen Veränderungen einher, beispielsweise erhöhter Aktivität der Schweißdrüsen. Diese Veränderungen sind messbar und ermöglichen einen Rückschluss auf das Ausmaß des antizipierten Risikos. „Die Ergebnisse der Arbeit sollen dazu beitragen, bestehende Theorien des Fahrerverhaltens zu präzisieren“, erklärt Tobias Heine. Zugleich ist daran gedacht, die mit der Risikoantizipation einhergehenden körperlichen Veränderungen künftigen Fahrerassistenzsystemen zugänglich zu machen, um dadurch einen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten.

Einsatz für internationalen Austausch

Beim Arbeitskreis Erasmus finden sowohl ausländische Studierende, die ans KIT kommen („Incomer“), als auch Studierende des KIT, die einen Auslandsaufenthalt planen („Outgoer“), erfahrene Ansprechpartner und vielfältige Unterstützung. Die fakultätsübergreifende Hochschulgruppe bietet ausländischen Studierenden am KIT eine Orientierungsphase an, um ihnen den Start ins deutsche Campusleben zu erleichtern, organisiert Städtefahrten, Feste und einen Stammtisch. Für deutsche Studierende, die sich für einen Auslandsaufenthalt interessieren, hält der Arbeitskreis Erasmus Sprechstunden ab und vermittelt Kontakte zu Studierenden, die bereits im Ausland waren. Das „Buddy-Programm“ des Arbeitskreises bringt jeweils einen deutschen Studenten und einen Incomer für ein Semester zusammen – um Kaffee zu trinken und Deutsch zu üben, im Schlossgarten Frisbee zu spielen, das Karlsruher Nachtleben unsicher zu machen oder was immer sie möchten.

Mit Teamgeist zum Transport: Skalierbares Logistiksystem konfiguriert sich eigenständig

Fußball ist ein Mannschaftssport: Die Leistung jedes Einzelnen ist dabei ebenso wichtig wie das Zusammenspiel im Team. Andreas Trenkle vom Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme des KIT hat ein Transportsystem aus baugleichen Fahrzeugen entwickelt, das eben auf diesem Schema basiert: „KARIS PRO besteht, wie eine Fußballmannschaft, aus leistungsfähigen Einzelspielern. Diese entwickeln sowohl alleine als auch in der Gruppe einen für die aktuelle Situation passenden Spielzug und setzen ihn zum bestmöglichen Ergebnis um.“ Die einzelnen Elemente kommunizieren drahtlos miteinander, tauschen Informationen zu anstehenden Transporten aus und entscheiden, welches Element welche Aufgabe übernimmt. Dabei benötigen sie keinen zentralen Leitrechner, der die Aufgaben verteilt.
KARIS PRO kann zum Beispiel in Produktionshallen zum Einsatz kommen, um Güter in verschiedensten Größen zu befördern: „Ein einzelnes Fahrzeug kann Kisten oder Wagen transportieren, während mehrere Fahrzeuge gemeinsam auch Paletten oder Regale befördern können“, sagt Trenkle. Die Fahrzeugflotte ist skalierbar, das heißt, dass sich Elemente einfach und ohne Konfigurationsaufwand zu einem größeren Fahrzeug zusammenschließen, je nach Bedarf. Durch die eingebaute Sicherheitstechnik können Menschen mit KARIS PRO in gemeinsamen Bereichen ungestört und gefahrenfrei arbeiten. „Manuelles Überwachen oder Eingreifen ist dabei jederzeit über mobile Eingabegeräte, wie zum Beispiel Tablet Computer, möglich“, so Trenkle.
Das Fachportal Handling online hat nun dem KARIS-Team sowie seinen Industrie- und Forschungspartnern den „Handling Award 2016“ in der Kategorie „Automatisierung und Robotik“ verliehen. Der Preis zeichnet herausragende Produkte und Systemlösungen aus der Fertigungs- und Montageautomatisierung aus. Weitere Informationen auf www.karispro.de und http://www.handling.de/pressemitteilungen-2016.htm.

Programmierkurse für Flüchtlinge

Bildung ist ein wichtiger Faktor für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund – das zeigt der „Datenreport 2016 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“, den unter anderem das Statistische Bundesamt veröffentlichte: Demnach seinen Migranten umso seltener erwerbslos, je besser ihre berufliche Qualifikation ist. Das KIT unterstützt die Bildung von Flüchtlingen mit einer Reihe unterschiedlicher Angebote: So bieten etwa Mitarbeiter des Instituts für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) einen kostenlosen Kurs an, der ihnen Grundlagen in Informatik und Programmierung vermittelt: „Programming for Refugees in Karlsruhe“ (ProRef). In einzelnen Unterrichtseinheiten sollen die Teilnehmer ein kleines Programm oder Spiel am Computer entwickeln. „Wir versuchen die Lehrinhalte und das Tempo an die Kompetenzen der Teilnehmer anzupassen“, erklärt Niklas Kühl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am AIFB. „Deshalb nehmen sich unsere Dozenten für jeden Einzelnen Zeit.“ Neben der Vermittlung von Fachwissen sei für die Flüchtlinge auch der Kontakt mit Karlsruhern wichtig. So veranstalten die Organisatoren immer wieder soziale Events, die den interkulturellen Dialog fördern, wie gemeinsame Essen oder Treffen. „Wir merken, dass sie aus Interesse den Kurs besuchen“, erklärt der Wirtschaftsingenieur. „Durch ProRef bekommen sie nicht nur Einblicke in das deutsche Ausbildungssystem, sie können auch Kontakte aufbauen und sich persönlich weiterentwickeln.“ Herausforderungen ergäben sich vor allem durch die Sprachbarriere: Aufgrund der verschiedenen Sprachen müssen die Teilnehmer und Dozenten auf Englisch miteinander kommunizieren. „Für die studentischen Dozenten war es vor allem neu, Menschen mit völlig unterschiedlichen Bildungs- und Sprachniveaus zu unterrichten“, so Niklas Kühl. Durch die Kurse könnten auch sie sich interkulturell weiterbilden und etwas über die Flüchtlinge und ihre persönlichen Geschichten und Schicksale erfahren.