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Stifterverband zeichnet Team des KIT für innovative Hochschullehre aus

Stifterverband zeichnet Team des KIT für innovative Hochschullehre aus
author:

Margarete Lehné

source:

PKM-Presse

Date: 14.12.2016

Wie funktionieren Mikroorganismen, wie sieht die Biochemie zentraler Stoffwechselwege aus? Fragen wie diesen gehen Master-Studierende der Biologie am KIT nicht nur unter Anleitung im Labor nach – sie setzen sich auch eigenständig mit dem Entwickeln von Forschungsideen und Erarbeiten passender Methoden auseinander. In einer neuen Lehrveranstaltung, die über zwei Semester Vorlesung und Praktikumsmodule kombiniert, erproben sie die Rolle von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern: In Projektaufgaben lernen sie unter anderem, Forschungsfragen zu formulieren, Anträge zu schreiben und den eigenen Arbeitsprozess zu reflektieren. Dieses neue Lehrkonzept haben Johannes Gescher, Professor am Institut für Angewandte Biowissenschaften, und Katrin Klink, Expertin für Hochschuldidaktik am KIT, gemeinsam entwickelt – und damit auch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft überzeugt: Dieser zeichnete die beiden nun mit einer Tandem-Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre aus. „Das neue Format stärkt nicht nur fachliche und methodische Kompetenzen, sondern fördert gleichzeitig die wissenschaftliche Neugier und die Fähigkeit, Dinge kritisch zu hinterfragen. Damit ist es ein Paradebeispiel für die forschungsorientierte Lehre am KIT“, sagt Professor Alexander Wanner, Vizepräsident des KIT für Lehre und akademische Angelegenheiten. Das Preisgeld von 30.000 Euro fließt in die Umsetzung der Lehrveranstaltung, die im Sommersemester 2017 starten soll. Unter anderem ermöglichen sie die Einrichtung weiterer Computerarbeitsplätze für die Studierenden sowie zusätzliches Personal für die fachliche und hochschuldidaktische Begleitung der Veranstaltung.

Wasserversorgung im Norden Vietnams – Schutz des Mekong-Deltas im Süden

Karstkegelformationen mit steilen Hängen und tiefen Tälern prägen den Norden Vietnams – eine für Touristen zunehmend attraktive Landschaft. Für die Wasserversorgung stellen Karstformationen jedoch eine enorme Herausforderung dar: Die Grundwasserleiter verlaufen oft tief unter der Erdoberfläche, Niederschläge versickern rasch in den porösen Untergrund. „In Karstgebieten wie diesem leidet die Bevölkerung teilweise unter erheblichem Wassermangel. Das liegt nicht immer daran, dass das Wasser tatsächlich knapp ist. Häufig fehlen einfach die technischen und finanziellen Mittel, um die schwer zugänglichen Vorkommen zu erschließen“, sagt Professor Franz Nestmann vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung des KIT und Leiter des vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekts „KaWaTech Solutions“. Ziel ist, mit auf die Situation speziell angepassten Technologien die Wasserversorgung und -aufbereitung in der Region Dong Van sicherzustellen. Eine Pilotanlage zur Wasserförderung ist zum größten Teil bereits installiert. Ab Mitte 2017 soll sie die Hauptstadt Dong Van City und umliegende Siedlungen versorgen. Im Fokus steht nun verstärkt die Wasserqualität. „Uns geht es auch darum, die Karstwasserressourcen zu schützen, wegen der hohen Durchlässigkeit des Gesteins werden sie leicht verunreinigt“, so Nestmann. Die geplanten Maßnahmen reichen von Frühwarnsystemen bis zur angepassten Trinkwasseraufbereitung und sollen die Trinkwasserqualität nach dem Standard der Weltgesundheitsorganisation WHO gewährleisten. Darüber hinaus entwickelt KaWaTech Solutions auch Konzepte für die Wassergewinnung und -verteilung im ländlichen Raum, beispielsweise über Photovoltaik angetriebene Pumpsysteme.
In dem Verbundvorhaben, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2019 mit bis zu 2,5 Millionen Euro fördert, arbeiten mehrere Institute des KIT mit weiteren deutschen und vietnamesischen Partnern aus Wissenschaft und Industrie eng zusammen. Dabei bauen sie auf das 2013 gestartete Projekt „KaWaTech Vietnam“ auf, über das sie auch Kontakte zu den vietnamesischen Behörden geknüpft haben.
So rückte auch ein weiteres Projektgebiet in Vietnam in den Blick: Das Mekong-Delta im Südwesten des Landes, das fast 40.000 Quadratkilometer umfasst. Mit seinen fruchtbaren Schwemmböden ist es das wichtigste Reisanbaugebiet des Landes und weltweit zählt Vietnam zu den größten Reisexporteuren. Die Existenz des Deltas ist allerdings bedroht: „Die exzessive Grundwassernutzung führt dazu, dass das Land sich um mehrere Zentimeter pro Jahr absenkt“, erläutert Franz Nestmann. Das führe genauso wie der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels dazu, dass bereits großflächig Salzwasser in das für die Versorgung der Bevölkerung wichtige Grundwasser gelangt. Landsenkung und Anstieg des Meeresspiegels tragen letztlich zu einer erheblichen Erosion der Küste bei, also zum Abtragen der vom Mekong abgelagerten feinkörnigen Sedimente.
Begünstigt wird die Erosion durch den intensiven Landnutzungswandel, der küstenschützende Vegetationsformen wie Mangroven zerstört. Künftig soll auch im südlichen Mekong-Delta ein Projekt unter der Federführung des KIT angepasste Technologien entwickeln, wobei es insbesondere um den nachhaltigen Schutz der Grundwasserressourcen und der Küste gehen wird. Derzeit unterstützt das BMBF die Vorbereitung der Maßnahmen, die ab kommendem Jahr in einem weiteren internationalen Verbundvorhaben mit Partnern aus Forschung und Industrie beider Länder umgesetzt werden sollen.