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Grunwald in Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren

Grunwald in Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren
author:

Laura Kaiser, Sybille Orgeldinger, Sarah Werner

source:

PKM-Presse

Date: 05.10.2016

Professor Armin Grunwald, Experte für Nachhaltigkeit am KIT, gehört der vom Bundesverkehrsministerium eingesetzten neuen Ethik-Kommission „Automatisiertes und Vernetztes Fahren“ an. Seit Ende September erarbeitet die Kommission aus Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft unter Leitung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Professor Udo Di Fabio die ethischen Leitlinien, nach denen computergesteuerte Fahrzeuge Entscheidungen treffen sollen, vor allem in Risikosituationen. „Dabei darf neben möglichen Extremsituationen der Normalbetrieb des Straßenverkehrs nicht vergessen werden, in dem die weitaus meisten Unfälle passieren“, erklärt Armin Grunwald. Der Physiker, Mathematiker und Philosoph leitet das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT sowie das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Dem KIT-Zentrum Mensch und Technik steht er als wissenschaftlicher Sprecher vor. Für das KIT sind Mobilität und Digitalisierung wichtige strategische Themen. So ist das KIT auch an dem vom baden-württembergischen Verkehrsministerium geförderten „Testfeld zum vernetzten und automatisierten Fahren“ beteiligt, das in Karlsruhe und Umland entsteht.

Haben Nelken Bambusblätter?

„In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Bambusprodukten stark angestiegen“, erklärt Dr. Thomas Horn vom Botanischen Institut des KIT. „Vor allem Bambustee aus China erfreut sich heute einer stetig wachsenden Beliebtheit.“ Jedoch hat sein Team entdeckt, dass nicht überall wo Bambus draufsteht, auch Bambus enthalten ist. So wiesen aus Bambustees erhobene DNA-Sequenzen darauf hin, dass sich Nelken in den Teeproben befinden. Die unter den Teebestandteilen aufgeführten Bambusblätter fehlten hingegen. Doch wie kann es zu solch einer Verwechslung kommen? „Der Ausdruck „Bambus“ ist sehr unpräzise. So verbergen sich nach neustem Stand der Wissenschaft mehr als 1600 verschiedene Arten von Pflanzen dahinter“, so Horn. „Zudem ist die Übersetzung der Begriffe aus dem chinesischen Kulturkreis eine Fehlerquelle.“ Es gibt neben dem echten Bambustee in China auch einen Bambustee, der bewusst Nelken enthält. Er wird grob mit Bambus-Nelkentee übersetzt, weil die jungen Triebe der Nelken an den Aufbau des Bambus erinnern. Biologen am KIT entwickelten nun ein Verfahren, mit welchem direkt nachgewiesen werden kann, ob sich Nelken in dem Bambustee befindet. „Wir entwarfen Sonden, die aufgrund ihrer Spezifität an die DNA im Tee binden“, erklärt Horn. „Mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigten wir die DNA, und können sie so nachweisen.“ Die Untersuchungen haben gezeigt, dass bei vier von acht der getesteten Bambus Produkte keine Bambus Blätter verwendet wurden, sondern Blätter von einer Nelke (Dianthus chinensis) aus der traditionellen chinesischen Medizin. Diese beinhaltet jedoch bestimmte chemische Komponenten, die unter Umständen zu Schwangerschaftsabbrüchen führen können. Eine falsche Auszeichnung kann daher Verbraucher gefährden. „Umso wichtiger ist es, Unternehmen auf solche Verwechslungen aufmerksam zu machen und entsprechende Ware regelmäßig zu überprüfen“, sagt Horn.

Historiker, Humor und Reformation: Professoren des KIT bei “Night of the Profs”

Ein Neuzeithistoriker zeigt, wie und warum man über seine Zunft auch manchmal lachen kann, und ein Materialwissenschaftler beleuchtet vorreformatorische Bewegungen. Bei der Vortragsveranstaltung „Night of the Profs“ präsentieren zwei Professoren des KIT ihre Lieblingsthemen: Rolf-Ulrich Kunze, Professor für neuere und neueste Geschichte am Institut für Geschichte des KIT bringt in seinem Vortrag „And now to something completely different: Historiker und Humor” zwei Welten zusammen, die eher selten in Verbindung gebracht werden: „Oft verstehen sich Geschichtswissenschaftler als staatsnahe, bierernste Orientierungswissenschaftler und Gatekeeper des Geschichtsbilds.“ Gerade weil das so gar nicht unterhaltungssteuerpflichtig scheint, gebe es unfreiwillige und freiwillige komische Momente im Leben eines Geschichtswissenschaftlers. Einige solcher Momente stellt Kunze in seinem Beitrag vor. „Es geht vor allem um die nur noch mit Ironie zu ertragende ‚Bolognarisierung‘ der deutschen Universitätslandschaft.“
Kay André Weidenmann befasst sich als Professor am Institut für Angewandte Materialien des KIT mit hybriden Werkstoffen und Leichtbaumaterialien. In seinem Vortrag „840 Jahre Reformation – Auf den Spuren der Waldenser“ spricht er aber über ein Thema, das so gar nichts mit Materialien zu tun hat: „Wir feiern im kommenden Jahr weltweit das Reformationsjahr“, sagt Weidenmann. „Doch war Martin Luther wirklich der erste, der die Kirche reformieren wollte? Was war eigentlich in der Zeit vor Luther?“ Eine der vorreformatorischen Bewegungen waren die Waldenser, die heute noch als größte protestantische Kirche Italiens existieren. Ihre Geschichte sowie Auswirkungen bis in die heutige Zeit und bis nach Karlsruhe beleuchtet Weidenmann.
Beim Vortragsabend „Night of the Profs“ stellen insgesamt vier Wissenschaftler ihre Lieblingsthemen in einer halben Stunde vor. Die Christuskirche Karlsruhe organisiert die Veranstaltung zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. Sie findet am 14. Oktober von 20:00 bis 22:30 Uhr im Albert-Schweitzer-Saal der Christuskirche Karlsruhe statt (Reinhold-Frank-Straße 48a). Der Eintritt kostet 8 Euro. Weitere Informationen unter:
christuskirche-karlsruhe.de/index.php/profs.html

All you can eat and learn: Nachwuchswissenschaftler des KIT überzeugt mit Wissenschaftsdinner

Die Jahre 2016 und 2017 stehen ganz im Zeichen der Ozeane, zumindest wenn es nach dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufenen Wissenschaftsjahr geht. „Aber für Bürgerinnen und Bürger, die wie wir hier in Karlsruhe weit weg von der Küste wohnen, gibt es nur wenige direkte Anknüpfungspunkte an das Thema Meere und Ozeane“, sagt Philipp Schrögel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Wissenschaftskommunikation des Instituts für Germanistik am KIT. Einer dieser Anknüpfungspunkte sei das Meer als Nahrungsgrundlage: „Während Algen als Nahrungsquellen oder Fischfarmen vielfältige Chancen zur nachhaltigen Nutzung bieten, gefährden Überfischung oder Verschmutzung diese Nutzung der Ressource Wasser“, so Schrögel. Über Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich hieraus für die Menschen ergeben, will der Kommunikationsforscher bei einem Lunch- oder Dinner-Event diskutieren: In einem Sushi-Restaurant platziert er abwechselnd Speisen und Info-Karten mit Abbildungen oder Texten auf einem Laufband. Eine Serie wissenschaftlicher Kurzvorträge soll die Themen begleitend zum Essen vertiefen. „So können Bürgerinnen und Bürger neben kulinarischen auch ‚Informations-Häppchen‘ mitnehmen“, sagt Schrögel. Das nötige Fachwissen steuern Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen bei, unter Anderem Dr. Christine Rösch vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT. Die Speisen werden dabei speziell für das Event vorbereitet. Mit seinem Wissensbuffet hat der Wissenschaftskommunikationsforscher des KIT beim Hochschulwettbewerb der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ überzeugt: Diese zeichnete 15 Projekte aus ganz Deutschland aus, die ihren jeweiligen Forschungsbereich zum Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane“ interaktiv verständlich machen und seine gesellschaftliche Bedeutung hervorheben. Die Gewinnerteams bekommen je 10.000 Euro und haben nun ein Jahr Zeit, ihre Kommunikationskonzepte umzusetzen. Mit dem Wettbewerb will „Wissenschaft im Dialog“ Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforschern eine Plattform geben, um in direkten Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Hochschulwettbewerb. In Karlsruhe beginnen nun die Vorbereitungen, zum Buffet soll im Frühjahr 2017 geladen werden. Über ihren Projektfortschritt bloggen die Teams auf der Plattform zum Hochschulwettbewerb: www.hochschulwettbewerb.net/wissensbuffet

Gold aus Kupfer und ein Regenbogen aus Rotkohl: der Maus-Türöffner-Tag am KIT

Im Mittelalter haben Alchemisten oft versucht, Kupfermünzen in Gold zu verwandeln. Die Chemie, die dahintersteckt, zeigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT am Maus-Türöffner-Tag Anfang Oktober: Hier konnten über 40 Kinder und Jugendliche am Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt (FTU) auf dem Campus Nord Kupfer zu Gold machen. Dafür tauchten sie die Münzen in heiße Zinkflüssigkeit, bis sie von einem silber-gräulichen Belag umhüllt waren. Die abgekühlte „Silbermünze“ erhitzten die Nachwuchsforscher dann über Feuer, damit sich die Metalle vermischen konnten und so eine Messinglegierung entstand, die golden schimmerte.
Neben Alchimistengold konnten die jungen Besucher auch einen Regenbogen aus Rotkohlsaft herstellen: In dem sie verschiedene Lösungen mit dem Saft vermischten, konnten sie deren violetten Ton in andere Farben des Regenbogens verwandeln. Das Experiment basiert darauf, dass sich der pH-Wert des Kohlsaftes entweder säuerlich oder basisch verändert. So verfärbt eine Waschmittel-Wassermischung die violette Flüssigkeit grün, Backpulver blau, Essig rot oder Brausepulver rosa.
In diesem Jahr beteiligten sich über 600 Einrichtungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung am fünften Maus-Türöffner-Tag und gaben Kindern und Jugendlichen Einblicke hinter die Kulissen ihrer täglichen Arbeit. Videos zu den versuchen gibt es unter: www.wdrmaus.de/extras/tueren_auf/mauswalls/2016.php5?detail=031020161030