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Silikon-Hütchen gegen Säuglingssterblichkeit

Silikon-Hütchen gegen Säuglingssterblichkeit
author:

Sophia Nietzschmann

source:

PKM-Presse

Date: 31.03.2016

Laut einem aktuellen Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF sterben weltweit jedes Jahr sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren an Erkrankungen wie Lungenentzündung, Diarrhö oder Blutvergiftung – das sind durchschnittlich elf Kinder pro Minute. Rund die Hälfte der Todesfälle ereignet sich noch im ersten Lebensmonat. Denn selbst wenn lebensrettende Medikamente für die Säuglinge vorhanden sind, müssen diese bisher mit Wasser verabreicht werden – doch gerade in Entwicklungsländern ist sauberes Trinkwasser knapp und die Infektionsgefahr durch verschmutztes Wasser hoch. KIT-Absolventin Theresa Maier und ihr Team schufen eine Möglichkeit, kranken Säuglingen auch ohne Wasser Medikamente zu verabreichen: Sie entwickelten ein Silikon-Hütchen, das ein Medikament, zum Beispiel in Form einer Tablette, beinhaltet. Das Hütchen wird während des Stillens auf die Brust aufgesetzt und gibt den Wirkstoff direkt in die Muttermilch ab, die das Kind aufnimmt. Dieses Drug-Delivery-System war das Promotionsthema der Bioingenieurin an der Universität Cambridge. „Wir erhoffen uns, mit dem Silikon-Hütchen künftig die Kindersterblichkeit weltweit zu reduzieren“, sagt Theresa Maier. Momentan konzentriere sie sich mit ihrer Kollegin vor allem auf die Anwendung in Entwicklungsländern. Mit ihrem Startup „JustMilk“ wurden die Wissenschaftlerinnen nun im diesjährigen „Pitch@Palace“ in London mit dem ersten Platz gekürt. Der nationale Wettbewerb bietet ausgewählten Startups die Möglichkeit, ihre Innovationen im St. James’s Palace vor hochrangigen Vertretern aus Industrie, Politik und Medien vorzustellen. Veranstalter ist Prinz Andrew, Herzog von York. Weitere Informationen zum Startup im Internet unter: www.justmilk.org.

Dominoeffekt: Wieso der Zug nicht warten kann

Rund zwei Millionen Menschen fahren im Jahr mit der Deutschen Bahn. Besonders beliebt für Reisen sind Schulferien und Feiertage. Auch dieses Jahr waren über Ostern die Wagons mit 40 Prozent mehr Fahrgästen verhältnismäßig voll. Verpasse man dann durch Verspätungen den Anschlusszug, sei der Frust groß, weiß Dorothea Wagner, Lehrstuhlinhaberin am Institut für Theoretische Informatik des KIT. Wieso Anschlusszüge oft nicht wenige Minuten auf die Nachzügler warten können, sei ein komplexes Problem: „Nur eine Verspätung kann sich wie ein Dominoeffekt auf den gesamten Zugbetrieb auswirken“, erklärt Wagner. Schuld daran sei unter anderem die hohe Auslastung des Schienennetzes. Um hierfür Lösungen zu finden, arbeitet die Wissenschaftlerin mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Universitäten unter anderem an „robusten“ Fahrplänen, die durch einen Zeitpuffer Verspätungen zulassen. „Das klingt simpel, basiert aber auf komplizierten mathematischen Rechnungen.“ Mit dem Projekt „FOR 2083: Integrierte Planung im öffentlichen Verkehr“ wollen die Forschenden den Öffentlichen Verkehr langfristig verbessern und die Kundenzufriedenheit erhöhen.