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Alles im grünen Bereich?

Die Mobilität - Ann-Christin Kulick hat mit Thomas Jordan über den Wasserstoffbus gesprochen.

Bis zu 30 Kilogramm Wasserstoff tanken die beiden Busse jeweils täglich – das reicht für eine Strecke von mehr als 300 Kilometern und ist im Shuttle-Betrieb nach ein bis zwei Tagen verbraucht. Zum Vergleich: Ein konventioneller Diesel-Bus benötigt für diese Strecke etwa 150 Liter Diesel, was in etwa 50 Prozent mehr Energiebedarf bedeutet. „Der Wasserstoffbus ist also um einiges effizienter und umweltfreundlicher – vorausgesetzt der Wasserstoff wird grün hergestellt“, erläutert Jordan.

Im Fall der Shuttle-Busse ist das zurzeit noch eine Frage der Nachhaltigkeitsbewertung: „Wir bekommen den Wasserstoff von der BASF über die Firma Air Liquide geliefert. Bei der BASF in Ludwigshafen entsteht er als Nebenprodukt einer Chloralkali-Elektrolyse. Bisher wurde der als Nebenprodukt anfallende Wasserstoff nicht genutzt. Inwieweit der für diesen Prozess verwendete Strom grün erzeugt wird, können wir zurzeit nicht zurückverfolgen“, so Jordan.

„Die Verfügbarkeit von Tankstelle und Bussen ist nach anfänglichen Schwierigkeiten zurzeit sehr hoch. Es bestehen keinerlei Nachteile gegenüber konventionellen Dieselbussen“, erklärt Jordan. Warum werden Wasserstoffbusse dennoch in so wenigen Städten eingesetzt? „Die Investitionskosten sind nach wie vor sehr hoch. Die Wasserstoffbusse sind teurer als konventionelle Busse und zusätzlich muss auch die spezielle Infrastruktur zur Betankung beschaffen und installiert werden. Ohne Subventionen ist das im Moment aus wirtschaftlicher Sicht noch nicht umsetzbar, auch wenn die potenziellen Einsparungen im Betrieb mit eingerechnet werden. Die bessere Nachhaltigkeit wirkt sich unter den gegebenen Umständen nicht ausreichend positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus“, resümiert Jordan.

In die Gesamtanalyse muss außerdem die Produktion und insbesondere der Transport des Wasserstoffs einfließen. Ausreichend Wasserstoff entsteht zwar in vielen Industrieanlagen als teilweise ungenutztes Nebenprodukt, der Transport des sehr leichten Gases ist jedoch meist aufwändig und teuer. Die Alternative: den Wasserstoff vor Ort für die Busse produzieren. Eine Zukunftsvision für das KIT. An den Technologien für den eigenen, zu 100 Prozent grün produzierten Wasserstoff wird bereits gearbeitet.