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Organisation und Ablauf der Lehrveranstaltungsevaluation

Jedes Semester werden am KIT 35 bis 50% der Lehrveranstaltungen in allen Studiengängen des KIT evaluiert und ca. 50.000 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. Dies bedeutet, dass ein/e Studierende/r im Durchschnitt zwei bis drei Mal pro Semester einen unserer Fragebögen ausfüllt. Welchen Fragebogentyp die Lehrenden erhalten, ist abhängig von der Fakultätszugehörigkeit sowie von der Lehrveranstaltungsform (Vorlesung, Übung, Praktikum, Seminar etc.). Insgesamt werden knapp 90 verschiedene Varianten von Fragebögen eingesetzt. Die Inhalte der Fragebögen sind entsprechend der Evaluationsordnung und in enger Absprache mit den jeweiligen Fakultäten festgelegt.

 

Warum werden Papierfragebögen verwendet und nicht online evaluiert?

Die Lehrveranstaltungsevaluation wird am KIT flächendeckend mit Papierfragebögen durchgeführt. In einzelnen begründeten Fällen bieten wir die Durchführung von Online-Evaluationen an, z. B. um sehbehinderten Studierenden eine Beteiligung an der Evaluation zu ermöglichen, denn Online-Fragebögen können mit speziell für Sehbehinderte entwickelten Computerprogrammen den Befragten vorgelesen werden. Sinnvoll sind Online-Befragungen auch bei Studiengängen, die nicht gänzlich auf Präsenzlehrveranstaltungen setzen („blended learning“).
Die Entscheidung zu Gunsten der papiergestützten Lehrveranstaltungsevaluation basiert auf jahrelangen Erfahrungen, die am KIT (und früher an der Universität Karlsruhe) mit Online-Erhebungen gesammelt werden konnten. Dabei wurde insbesondere eine sehr niedrige Motivation der Studierenden festgestellt, die Fragebögen online auszufüllen. Gleichfalls zeigte sich, dass trotz des niedrigen Fragebogenrücklaufs die Kommentare und Anmerkungen im Freitextbereich bei den Online-Erhebungen gegenüber den papiergestützten Erhebungen deutlich zunahmen. Die Antworten hatten zwar insgesamt eine hohe Qualität, sie spiegelten jedoch nicht die durchschnittliche Meinung der Studierenden über die Lehrveranstaltung wider, sondern im Besonderen die kritischen Aspekte der Lehrveranstaltung. Diese in der Statistik als Stichprobenbias beschriebene Verzerrung wirkt sich negativ auf die Repräsentativität der erhobenen Daten aus.
Dies ist für sich genommen nicht schlimm, wenn die Ergebnisse nur zur Diskussion mit den Studierenden oder als Anregung für Verbesserungen genutzt werden; tendenziell eher negative Rückmeldungen können sogar besonders informativ und hilfreich in bestimmten Kontexten sein.
Die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation fließen jedoch gemäß § 5 (1) und § 13 (9) LHG Baden-Württemberg in aggregierter Form in das allgemeine Berichtswesen der Universität mit ein. Basieren die Ergebnisse nun auf die Online-Erhebungen, werden die Lehrveranstaltungen in der Außendarstellung durch den Stichprobenbias negativer dargestellt, als sie es tatsächlich sind.
Da es die Aufgabe der Evaluationsstelle ist, den Fakultätsleitungen, der Hochschulleitung und dem Ministerium im Rahmen des Berichtswesens wissenschaftlich belastbare empirische Daten zur Verfügung zu stellen und es zudem nicht im Sinn eines Fachbereichs sein kann, dass die Lehre in den aggregierten Berichten negativer dargestellt wird, als sie es tatsächlich ist, werden die Lehrveranstaltungen heute grundsätzlich papiergestützt evaluiert.

 

Wie kommen die ausgefüllten Fragebögen in die Evaluationsstelle?

Zu Beginn des Semesters werden die Stichproben für die jeweiligen Lehreinheiten zusammengestellt. Bei einigen Lehreinheiten werden immer mit Absprache der Studiendekane alle Lehrveranstaltungen evaluiert, bei anderen wird eine Stichprobenauswahl durch den Studiendekan getroffen.  Jene Lehreinheiten, welche lediglich eine Stichprobenauswahl treffen, sind laut Evaluationsordnung jedoch dazu verpflichtet alle vier Semester eine Vollerhebung durchzuführen. Die Bereitstellung aller benötigten Unterlagen zur Lehrevaluation (Fragebögen, Deckblätter, Fragebogen zur Befragung der Lehrenden) gewährleistet die Evaluationsstelle, die Verteilung der Unterlagen wird jedoch von den Fakultäten selbst organisiert. Anschließend erhalten die Lehrenden eine Aufforderung per E-Mail, dass eine oder mehrere ihrer Lehrveranstaltungen evaluiert werden müssen. Die Ausgabe der Fragebögen in einer Lehrveranstaltung erfolgt in der Regel durch die Lehrenden, in einigen Studiengängen wird die Ausgabe auch durch die Fachschaft organisiert.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist jedoch beim Einsammeln und bei der Weitergabe an die mit der Auswertung beauftragte Stelle sicherzustellen, dass die Lehrenden keine Kenntnis von ausgefüllten Fragebögen erhalten.


Diese Vorgabe lässt sich am einfachsten umsetzen, wenn Studierende in der Lehrveranstaltung die Fragebögen nach dem Ausfüllen einsammeln und direkt in der Evaluationsstelle abgeben. Einem Lehrenden dürfen ausgefüllte Fragebögen nur in einem durch Studierende verschlossenen Umschlag ausgehändigt werden. Die/Der Lehrende kann die Fragebögen dann selbst in der Evaluationsstelle abgeben oder auch per Hauspost verschicken. Wir möchten Sie aber grundsätzlich bitten, eine/n Studierende/n mit der Abgabe der Fragebögen unmittelbar nach der Evaluation der Lehrveranstaltung in der Evaluationsstelle zu beauftragen. Das garantiert eine schnelle Auswertung und ein schnelles Feedback der Ergebnisse an Lehrende und Studierende. Bitte achten Sie darauf, dass das gelbe Deckblatt zur Evaluation, das Ihnen zusammen mit den Fragebögen zur Verfügung gestellt wird, den ausgefüllten Fragebögen beizulegen, damit wir die Fragebögen auch der richtigen Lehrveranstaltung zuordnen können. Sollte das Deckblatt fehlen oder falls Sie freiwillig eine Ihrer Lehrveranstaltungen evaluieren möchten, kontaktieren Sie bitte einen der Zuständigen Ihrer Lehreinheit des Evaluationsteams im Vorfeld.