Home | Impressum | Sitemap | KIT

Rundum ein Gewinn

Die Ingenieure Christoph Herrmann vom Geodätischen Institut und Sven Wursthorn vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung haben ein Hospitations-Tandem in der Lehre gebildet. Anja Frisch hat sie nach ihren Erfahrungen gefragt.

Warum haben Sie sich an dem Projekt beteiligt?
Christoph Herrmann:
Die Idee, sich im Kollegenkreis über die Qualitätsverbesserung auszutauschen, fand ich spannend. Idealerweise reflektiert man seine eigene Lehre selbst und weiß, in welchen Details es Verbesserungspotenzial gibt. Für mich war es hilfreich, dies von anderer Seite bestätigt zu bekommen.
Sven Wursthorn:
Die Evaluierung durch die Studenten anhand von standardisierten Fragebögen ist recht schematisiert, ich habe mich deshalb auf das kollegiale Feedback im Gespräch gefreut.

Wie haben Sie sich in der Rolle des Beobachteten gefühlt?
Wursthorn:
Die Situation habe ich nicht anders empfunden als die gewohnte Lehrveranstaltung, sicher auch weil wir im Studiengang alle ein sehr gutes Verhältnis zueinander haben.
Herrmann:
Auch ich war dabei ganz vorbehaltlos, die positive Absicht war ja klar.

Wie beurteilen Sie den zeitlichen Aufwand für die Hospitation und das Feedback?
Herrmann:
Einführungs- und Abschluss-Workshop dauerten wie der Vorlesungsbesuch selbst jeweils 90 Minuten. Wir hatten ein kurzes Vorgespräch, in dem wir verabredet haben, worauf wir im Einzelnen achten wollen. Für das Feedback-Gespräch haben wir uns etwa eine Stunde Zeit genommen. Der Aufwand ist vertretbar. Größer ist der Zeitaufwand allerdings für die Organisation der Hospitation. Es muss eine Person da sein, die den Impuls gibt und bei der die Fäden zusammenlaufen.
Wursthorn:
Es hilft, wenn jemand die anderen mitzieht, das Projekt lief ja neben dem Tagesgeschäft.

Wie fanden sich die Teams?
Wursthorn:
Die Tandems wurden gelost, aber es gab auch Teams, die sich bewusst zusammengetan haben, weil sie thematisch die gleiche Vorlesung anbieten.
Herrmann:
Sehr wichtig war die freiwillige Teilnahme. Die Hospitation war ein Angebot, bei dem nur mitmachte, wer Lust darauf hatte.

Hat sich Ihre Lehre durch die Teilnahme an der Hospitation konkret verändert?
Wursthorn:
Ich achte bewusster auf die Aufnahmegeschwindigkeit der Studierenden. Unter anderem habe ich erkannt, dass es gut ist, sich am Beginn einer Veranstaltung Zeit zu nehmen, das Thema des Tages zunächst grob zu skizzieren, damit die Studierenden wissen, welche Inhalte auf sie zukommen.
Herrmann:
Mir ist zum Beispiel ein klares Tafelbild durch eine deutlichere Schrift noch wichtiger geworden. Außerdem biete ich den Studierenden mehr Quellenangaben und ergänze die Vorlesungsunterlagen um Hinweise zu weiterführender Literatur.

Wie hat der Studiengang durch das Projekt profitiert?
Herrmann:
Sich auf diese Weise mit dem Thema „Qualität in der Lehre“ auseinanderzusetzen, war sehr positiv für die eigene Motivation und für die Stimmung in der Gruppe. Auch wenn es jeweils nur Details sind, jeder hat mindestens ein oder zwei Anregungen für Veränderungen mitgenommen. Die Gewissheit, die Veranstaltungen dadurch insgesamt zu verbessern, ist ein gutes Gefühl.
Wursthorn:
Die Gelegenheit, sich unter den Lehrenden explizit über die Lehre auszutauschen ist perfekt, auch, weil man sonst wenig Zeit dafür hat. Insgesamt war die Hospitation sehr wertvoll und ein großer Gewinn.