Home | Impressum | Sitemap | KIT

Selbst ist der Student

Im Projekt Lehre hoch Forschung hat die KIT-Fakultät Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Angebot an Projektarbeiten in Profilfächern ausgebaut. Die Studierenden lernen dabei den Alltag eines Ingenieurs oder einer Ingenieurin kennen. Klaus Rümmele hat die KIT-Fakultät besucht.

 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf anderthalb Stellen entwickeln Aufgaben, die Jahr für Jahr angepasst werden können. Aus 15 bis 20 Themen pro Profilfach können die Studierenden auswählen, jedes Jahr entstehen so jeweils vier bis fünf Arbeiten. Auch Institute aus dem Großforschungsbereich des KIT sind beteiligt. 

„Am Anfang stöhnen die Studierenden über die viele Arbeit“, weiß Andreas Janzen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische Thermodynamik und Kältetechnik (TTK). Jede Gruppe hat einen Betreuer, doch der gibt bewusst nicht zu viel Input, damit die Ingenieure von morgen lernen, die richtigen Fragen zu stellen und die nötigen Informationen zu sammeln. Nach kurzer Zeit mache den Studierenden das selbstständige Arbeiten Spaß, das hört Andreas Janzen oft in den Feedbackrunden.

Viele Projektarbeiten sind interdisziplinär, zum Beispiel das zur künstlichen Hypothermie, in dem die Studierenden medizinische Aspekte beleuchten: Wie stark muss ich einen Körper abkühlen, damit die Notfallbehandlung besser gelingt, etwa nach einem Schädelhirntrauma? Noch gibt es je nach Profilfach Unterschiede in Arbeitsaufwand und Bewertung der Projekte – um sie zu verringern, tauschten sich die Institute intensiv aus. So rotieren zwei der drei Wissenschaftler, die mit den Programmmitteln bezahlt werden. 

Wichtig sei, so Janzen, dass die Studierenden sich selbst organisieren. Sie erstellen einen Projekt- und Zeitplan, verteilen untereinander die Aufgaben, verfassen im Team einen Bericht und stellen ihre Arbeit gemeinsam vor. „Das stärkt ihre Teamfähigkeit“, erzählt Janzen. Auch Präsentationstechniken und den Umgang mit Softwaretools eignen sie sich an. 

Und sie üben das wissenschaftliche Schreiben: Mit dem House of Competence (HoC) hat die KIT-Fakultät das Schreiblabor Verfahrenstechnik entwickelt, Tutoren geben den Studierenden wichtige Tipps, etwa zur Gliederung, die sie für die Präsentation ihrer Projektergebnisse ebenso nutzen können wie für ihre Bachelorarbeit: „Damit wollen wir die Qualität der Abschlussarbeiten verbessern“, sagt Andreas Janzen.

Das Schreiblabor steht denn auch im Mittelpunkt des Folgeantrags der KIT-Fakultät, der 2015 bewilligt wurde. Hauptansprechpartner ist wieder Professor Steffen Grohmann vom ITTK. Er und sein Team wollen die Tutorien optimieren, einen Leitfaden erstellen und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbinden. Erneut kooperieren sie dabei mit dem HoC – eine Promotion garantiert die wissenschaftliche Begleitung der Qualifizierung im Schreiblabor.